Stimmung und Depression: Was Haltung und Nervensystem damit zu tun haben, mit Karin Mühlemann
Shownotes
Karin Mühlemann
Karin Mühlemann, 36, ist Psychotherapeutin und CANTIENICA®-Instruktorin. In ihrer Arbeit verbindet sie psychotherapeutische Prozesse mit konsequenter Körperarbeit. Nicht ergänzend, sondern grundlegend: Der Körper ist für sie kein Beiwerk, sondern ein zentraler Zugang zu Emotionen, Gedanken und inneren Zuständen.
Ihre Erfahrung zeigt: Wenn Menschen über den Körper wieder spüren lernen, öffnen sich neue Wege. Verspannungen, Schmerzen oder Blockaden werden zu Botschaften – Hinweise auf Angst, Stress, innere Antreiber oder alte Prägungen. Der Körper wird zum Dialogpartner der Psyche.
Praxis Karin Mühlemann – Psychotherapie, Paartherapie, Familientherapie und CANTIENICA®-Training Eidgenössisch anerkannte Psychotherapeutin
Kempttalstrasse 52 8330 Pfäffikon www.karin-muehlemann.ch
Körperarbeit als Schlüssel zur seelischen Veränderung
Karin Mühlemann spricht mit Benita Cantieni über:
- psychische Zustände und ihre körperliche Manifestation
- die ersten Anzeichen psychischer Verstimmung durch den Körper
- das Spüren ohne Bewertung, ohne Interpretation
- den Mut, den eigenen Wahrnehmungen zu vertrauen
- über Selbstvertrauen statt Selbstabwertung
- die aktive Mitwirkung des Körpers in der Auflösung von Traumata
CANTIENICA® Körper in Evolution ist anatomisch präzises Training für Aufrichtung, Kraft und Schmerzfreiheit – von innen nach außen. Du lernst, deinen Körper so zu bewegen, wie er von Natur aus gedacht ist: effizient, leicht und kraftvoll. Dein Körper versteht schnell, was ihm guttut – und antwortet mit Leichtigkeit.
Links:
- CANTIENICA®-Methode: https://cantienica.com
- Ausbildungen: https://cantienica.com/ausbildung
- Studio Zürich: https://cantienica.com/studiozuerich
Bonus für Podcast-Hörer:innen
Geführte Audio-Übung von Karin Mühlemann zur Stärkung einer versöhnlichen, selbstfürsorglichen Haltung
In dieser Übung geht es um die inneren Stimmen, die uns tragen – liebevoll, unterstützend, stabilisierend. Sie lädt dazu ein, hilfreiche Annahmen und Gedanken bewusst zu aktivieren und Selbstzweifel sanft zu regulieren. Eingebettet in cantienische Aufrichtung und Aktivierung entsteht ein Zusammenspiel von Körper und Psyche, das Halt gibt.
Geeignet für alle, die sich einen inneren Stabilitäts-Puffer für herausfordernde Momente erarbeiten möchten – etwa bei Selbstkritik, Unsicherheit oder emotionalem Druck.
🎧 https://cantienica.com/koerper-und-seele-das-perfekte-feedbacksystem/
Transkript anzeigen
00:00:01: Karin Mühlemann, du bist Psychotherapeutin und Kantjenigerinstruktorin.
00:00:09: Frage, wie beeinflusst der Körper die seelische Transformation?
00:00:18: Auf verschiedenen Ebenen habe ich die Erfahrung gemacht, dass Kantjeniger einen sehr positiven Einfluss haben kann.
00:00:27: Das kann man schön auseinander.
00:00:30: dividieren.
00:00:31: Und ganz simpel gesagt ist mein Eindruck, dass Leute, die Cantinica machen, die lernen, neu oder stärken ihren Zugang zu sich, zu ihrem Körper, zum Innenleben, zur Psyche oder zu den Gedanken, zu den Gefühlen, Handlungsimpulsen.
00:00:52: und von dort aus, wenn man dieses Gespür wieder lernt oder verstärkt.
00:00:59: sind ganz viele Möglichkeiten offen.
00:01:02: Also wenn ich hineinspüren kann und meinen Körper zuhören kann, was der sagt, irgendeine Verspannung oder eine Blockade, einen Schmerz und dann hinterfragen kann, was will mir diese Empfindung sagen?
00:01:21: und dort aus oder kann ich vielleicht auch irgendeine Angst kommen oder eine Nervosität, eine Unsicherheit.
00:01:29: Und da gibt es ganz viele verschiedene Wege.
00:01:34: Wie gehst du vor, kannst du einen exemplarischen Weg beschreiben?
00:01:42: Also zum Beispiel bei vielen Menschen ist das Thema Stress sehr präsent.
00:01:50: So Stress folgen, Symptome, ganz viel Anspannung, Verspannung.
00:01:55: Burnout.
00:01:57: Ja, genau.
00:01:58: Und all diese psychischen Symptome, die damit einhergehen, vor allem auch auf körperlicher Ebene die Verspannung, aber vielleicht stimmungsmäßig Niedergeschlagenheit oder so ein deprimierter Effekt, wenn ich dann nur schon die Ausrichtung oder die Körperhaltung verändern kann, ausgerichtet, aufgerichtet.
00:02:25: und dann hinein spüren kann.
00:02:27: Was ist gerade?
00:02:28: Wie fühlt sich mein Körper an im Vergleich zu, wenn ich ehemalige in das deprimierte Hinein begebe?
00:02:39: Ja, von dort aus, wenn diese Leichtigkeit gespürt werden kann, ist auch direkt die Stimmung positiv beeinflusst.
00:02:47: Und das kann dann relativ schnell gehen, dass da auch eine Entspannung sich einstellen kann.
00:02:55: Mehrere Anschlussfragen.
00:02:57: Eines ist, es ist meine Erfahrung auch.
00:03:00: Ohne meine Körperarbeit hätte ich meine seelischen Trauma da nie aufarbeiten können.
00:03:06: Also da gerade stehen, aufrecht, mein Atem zur Verfügung haben, hat mich erst befähigt.
00:03:17: Das andere anzuschauen.
00:03:19: Dann reden ganz viele psychologische Schulen, dass sie das auch machen, den Körper einbeziehen.
00:03:28: Und ich war jetzt an einigen Workshops, Vorträgen, Kursen.
00:03:36: Und hatte das Gefühl, dass extrem wenig gemacht wird.
00:03:42: Ich möchte Ihnen jetzt nicht auf Kollegen Schelten, Schelte eingehen, dass dir fällt wahrscheinlich
00:03:50: auch
00:03:53: die eine oder andere Methode ein, die davon spricht, dass verkörpert wird und im Bodyment wichtiger, aber es wird dann nur irgendwie eine Übung gemacht und das soll's dann sein.
00:04:07: Wenn ich dich verstehe, gehst du da tiefer.
00:04:10: Wirklich Körperverändern und über die Körperveränderung, die Veränderung der Gefühle.
00:04:19: Ja, genau.
00:04:19: Also direkt auch über die Körperhaltung und über es wirklich hineinspüren.
00:04:26: Das finde ich, ist so speziell an der Kantennikamethode.
00:04:30: Man kann ja nicht tiefer gehen als zu den Knochen.
00:04:33: so zu sagen oder in den Körper hinein und was da teilweise dann wie aufleben kann oder da können.
00:04:43: wenn sich dann die Gedanken einschalten zum Beispiel wenn da Kritiker aktiv werden oder irgendwelche Antreiber also so autoritäre Stimmen oder ganze Glaubenssätze dann Ist man schon so fest im Körper und kann den wie aufnutzen, um genau solche Aspekte auch zu verändern.
00:05:05: Genau.
00:05:08: Also für mich ist Kantjenige auch sehr viel Achtsamkeit.
00:05:11: Oder so die bewusste Lenkung der Aufmerksamkeit auf den Moment, auf den Körper, was da in Vorsicht geht, ohne zu bewerten.
00:05:22: Und nur schon diese Ausrichtung dann auch zum Beispiel dann auf den Atem ganz gezielt, hat ja sehr positive Auswirkungen auch auf das autonomene Nervensystem, auf das Entspannungssystem.
00:05:38: Und was ich da, oder auch zu anderen Atemtechniken, die ich bisher kennengelernt habe, so beindruckend finde, ist, dass man halt dann wie den ganzen Körper dazu nimmt.
00:05:52: Man schaut nicht nur auf den Atem, dass man das Zwerchfeld zum Beispiel einsetzt, sondern ich versuche dann wirklich auch, ich mache das dann auch ja so vor, also auf den Sitzbeinhöcken so ausrichten, gerade leicht.
00:06:04: Und es ist wie, ja, es ist umfangreicher.
00:06:07: Das ist, ich versuche den ganzen Körper.
00:06:10: Ein ganz körperlich ehren.
00:06:12: Ja,
00:06:12: genau.
00:06:14: Herr hilft die Gandjenika-Eigenheit, dass wir über Bilder arbeiten, also ganz konkrete Bilder von den Knochen, den Muskeln, den Fastien, den Sehnen, des Zwergfels, des Organhebers, der Wirbelsäule.
00:06:31: Hilft das, um die verknüpfenden Bilder zu den Emotionen, zu den Gefühlen, zu den Gefühlten ist zuständig zu schaffen?
00:06:43: Ja, auf jeden Fall.
00:06:46: Es ist greifbarer und macht es ja plastischer.
00:06:51: Und ich arbeite gerne auch.
00:06:53: Ich habe eine systemische Therapieausrichtung, wo ich auch viel mit Metaphern und Bildern arbeite.
00:07:00: Und das ist eine super Kombination.
00:07:05: Schön, du hast das bewerten.
00:07:09: Du warst ja gerade bei mir in einer Ausbildung und hast erlebt, wie regelmäßig ich praktisch aufschreihe und halt rufe, wenn beispielsweise ein Mensch eine Haltung einnimmt, Knochen sortiert, zum Beispiel die Schultergelenke und dann sagt, ich glaube, ich denke, ich spüre etwas, das finde ich schon bewertung, dass ich finde, du ziehst dich selbst in Zweifel und dann zwinge ich auf sozusagen zu sagen, ich spüre, leichte.
00:07:50: Arme, einen weiten Brustkorb.
00:07:54: Woher kommt dieses Selbstbewerten?
00:07:57: Ist das sozio-kulturell?
00:07:59: Übernehmen wir das?
00:08:01: Ist es geschlechtsspezifisch?
00:08:04: Woher kommt
00:08:06: es?
00:08:06: Es ist ganz viel Preigungsgeschichte, denke ich.
00:08:14: was jeder selbst erlebt beim Aufwachsen.
00:08:18: Man spricht auch gerne von der Psychotherapie von autoritären Stimmen, was man selber gehört hat oder was man abgeschaut hat zwischen den Zeilen, was die nächsten Bezugspersonen, wie die auf einen reagiert haben, eingegangen sind, auch auf sich selber, also im Sinne von Rollenmodellen, aber auch die ganzen gesellschaftlichen Normen kommen dann da spielen dann auch rein.
00:08:50: Also ganz viel erlernt, übernommen, abgeschaut, solche Aspekte spielen da rein.
00:08:57: Und ja, qualitieren dann, oder daraus resultieren dann auch Gefühle, bestimmte Gefühle, oder wenn ich so kritisch sehe.
00:09:09: Wenn ich selber abgewertet wurde als Kind und das dann übernehme und mich selber später abwerte, dann mache ich mich immer klein und das hinterlässt dann auch ein Gefühl von Insuffizienz, also von Versagen, von Minderwertigkeit.
00:09:29: Also
00:09:31: arbeiten daran und bewusst werden auch auf die Achtsamkeit, auf die eigene Sprache.
00:09:39: und diese Kritiker und übernommenen Sätze rauswerfen.
00:09:46: Jetzt habe ich noch eine ketzerische Idee.
00:09:49: Ich behaupte, dass mitbewusster Körperarbeit deine, bei deinen, nennst du sie Patienten?
00:10:01: Nein, Klienten sind es.
00:10:02: Klienten,
00:10:03: dass bei deinen Klientinnen Er über den Körper die erarbeiteten Veränderungen oder Erfolge viel nachhaltiger sind.
00:10:15: Siehst du das auch so?
00:10:17: Find ich überhaupt nicht ketzerisch.
00:10:21: Dann mache ich ganz fest die Erfahrung, wenn alle Ebenen dabei sind, wenn nur der Kopf oder nur die Gefühlswelt verändert wird.
00:10:32: Das widerspiegelt sich schon auch im Körper, im Ausdruck, aber es ist nicht so explizit und kann viel stärker verankert werden, auch im Sinne der kognitiven oder neuronalen Verankerung, wenn einfach diese Körper eben noch ganz explizit dazu genommen wird.
00:10:54: Ja, absolut.
00:10:56: Wie machst du das praktisch?
00:10:58: Hast du Unterrichtestougantjenigen neben deiner psychotherapeutischen Praxis?
00:11:05: Können die Leute, die länger brauchen, es soll ja Leute geben mit Epifanien, die dann halten.
00:11:16: Sie begegnen mir selten.
00:11:20: Und dann können sie dort praktisch das Erarbeitete konsolidieren.
00:11:26: oder wie würdest du es beschreiben?
00:11:31: Also bisher ist es so, dass ich in den therapeutischen Einzelsitzungen gewisse Aspekte einfließen lasse, so Impulse gebe, zum Beispiel mit über die Körperhaltung oder die aktive Entspannung, so dieses Konzept reinbringen.
00:11:51: und wenn sie das vertiefen wollen, dann können sie dann in die Gruppe.
00:11:56: kommen und dort genau noch festigen.
00:12:02: Ja.
00:12:03: Machen alle Kundinnen, Klientinnen, die zu dir kommen, das mit.
00:12:08: oder gibt es auch Menschen, die sagen, das ist nichts für mich?
00:12:12: Es gibt schon Menschen, die dann interessiert klingen und dann aber so verkopft sind.
00:12:22: zum Beispiel.
00:12:23: Also das merke ich.
00:12:24: Meistens Menschen, die sehr stark im Kopf sind und schon so weit von sich entfernt, vom Spüren, da ist die Barriere, die Hürde, größer, dann wirklich in den Körper einzusteigen.
00:12:37: Aber sonst sind viele gerade nur schon vom Hinstehen oder Kantinen über den Fersen und dem Faus ausgerichtet.
00:12:48: Wenn sie merken, da kommt ja von alleine, oder kommt diese Diese Leichtigkeit, es richtet sich schon einiges auf.
00:12:57: Da sind viele sehr erstaunt, nur schon über den Fersen stehen.
00:13:01: Aber für das müssen sie wie schon ein gewisses Gespür für den Körper haben.
00:13:06: Also dann geht es wie einfach.
00:13:10: Ganz persönliche Anschlussfrage.
00:13:12: Wenn ich merke, dass jemand raus möchte aus einem Schmerzzustand und einfach nicht kann.
00:13:20: weil die Person immer wieder zurückfällt und sagt, das kann ich alleine nicht halten.
00:13:25: Da macht mich das sehr, sehr traurig.
00:13:29: Und manchmal versuche ich dann noch etwas und noch etwas, bis ich merke, ich frustriere die Menschen, weil sie können es jetzt in diesem Moment nicht.
00:13:38: Und bemühe mich jetzt Subdealer zu spüren, wann ich aufhöre.
00:13:49: Also, solange sie kommen, möchten sie.
00:13:52: Ich habe auch da Menschen, die kommen seit Jahren, jede Woche einmal, möchten aber eigentlich in ihrer Komfortzone bleiben.
00:14:01: Und das ist für mich ein dauernder Konflikt, weil ich weiß, wohin ich sie begleiten könnte, wenn sie rauskommen mit mir aus der Komfortzone.
00:14:09: Und es geht dann doch nicht.
00:14:10: Wie gehst du persönlich damit um, Karin?
00:14:16: Ja, ich kann das gut nachvollziehen.
00:14:19: Das ist auch frustrierend oder so, macht auch hilflos teilweise, oder?
00:14:24: Wenn es gegenüber, ja, wie die Möglichkeit nicht sehen kann.
00:14:31: Ich versuche einfach immer wieder, immer wieder irgendwelche Inputs zu setzen und manchmal, also, ja, wenn ich wie selber, wie soll ich das sagen?
00:14:49: Ja, manchmal sind die Menschen wirklich nicht in der Lage für Veränderung und da habe ich auch schon dann noch wieder über die Ziele gesprochen oder wohin und was können wir hier noch erreichen.
00:15:04: Also ich habe auch schon für mich dann eine Grenze gezogen, wenn ich merke da, ja, das ist wie zu ...
00:15:17: Nicht zugänglich im Moment.
00:15:20: Du ringst um eine nichtwertende Bezeichnung.
00:15:24: Es ist auch schwierig.
00:15:26: Und der Kontrast, dass die Leute zu uns kommen, zu dir, für die Psyche und zu mir im Körper, was ihr eigentlich schon bezeugt, dass sie möchten.
00:15:39: Und das finde ich dann so, ja, bin ich hilflos, mach mich sehr traurig.
00:15:46: Also wollen und nicht können.
00:15:50: Und vielleicht... Entschuldigung?
00:15:52: Ja,
00:15:53: manchmal, also das habe ich auch schon die Erfahrung gemacht, dass da einfach noch mehr Geduld kann, sehr viel bewirken.
00:16:01: Also manchmal brauchen die Leute einfach wirklich Länge und nochmals Länge und nochmals Länge und... Auf einmal geht dann wirklich was.
00:16:09: Also da immer auch wieder selber zu schauen, wie ist da mein Tempo und meine eigene Erwartung.
00:16:17: Das hilft mir auch.
00:16:18: Oder wie kann ich die Erwartung, wie nochmals runterschrauben und schauen, wie ...
00:16:28: Ja,
00:16:28: guter
00:16:29: Punkt.
00:16:30: Nehm ich mir zu Herzen.
00:16:33: Geduld üben, Geduld.
00:16:35: Doch in Körperarbeit habe ich sie eigentlich.
00:16:39: Wahrscheinlich kann ich sie schon noch kultivieren.
00:16:46: Danke für dein Input sehr wertvoll.
00:16:51: Danke, Karin.
00:16:53: Danke dir für das Gespräch.
Neuer Kommentar