Joggen ohne Schmerzen: Füße, Knie und Abrollen neu lernen, mit Marco Stahel

Shownotes

Im Kleinen liegt die Kraft

Marco Stahel, 48, ist ausgebildeter Musical-Performer, Yogatherapeut und CANTIENICA®-Instruktor. Seine körperliche Laufbahn begann leistungsorientiert: Tanz, Bühne, Ausdruck nach aussen. Beschwerden kannte er lange nicht – bis monotone Belastung durch intensives Laufen plötzlich zu massiven Knieschmerzen führte.

Der Wendepunkt kam über einen scheinbar kleinen Impuls: Fussstellung, Beinachse, das Denken vom Boden weg. Schon durch Ausrichtung und innere Organisation veränderte sich sein Körpergefühl spürbar. Diese Erfahrung wurde zur Grundlage seiner heutigen Arbeit.

Marco verbindet CANTIENICA®, Yoga-Therapie, Tanz und Gesang zu einem Ansatz, der nicht von Form ausgeht, sondern vom inneren Impuls. Ihn interessiert, wo Bewegung beginnt, wie sie vorbereitet wird – und wie sie aus der Tiefe getragen werden kann, ohne Schaden zu verursachen.

www.marcostahel.ch

Innere Vorbereitung statt äusserer Form

Marco Stahel spricht mit Benita Cantieni über:

  • seinen Weg von der Bühne zur therapeutischen Körperarbeit
  • die Gefahren des Durchhaltens und Auf-die-Zähne-Beissens
  • die Entdeckung, dass Qualität in den Bewegungen wichtiger ist als Kraft
  • kleine Veränderungen im Körper und ihre grosse Wirkung
  • Singen in Pflegeheimen und Trauma-Arbeit in Bewegung

CANTIENICA® Körper in Evolution ist anatomisch präzises Training für Aufrichtung, Kraft und Schmerzfreiheit – von innen nach außen. Du lernst, deinen Körper so zu bewegen, wie er von Natur aus gedacht ist: effizient, leicht und kraftvoll. Dein Körper versteht schnell, was ihm guttut – und antwortet mit Leichtigkeit.

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Transkript anzeigen

00:00:02: Hallo, Marco Stahel.

00:00:05: Guten Tag.

00:00:06: Ich habe eine Frage an dich.

00:00:09: Wie kommt ein junger Mann Musical Performer an eine Methode, die weiterum den Ruf hat von einer rüstigen Seniorin?

00:00:23: Original-Zitat eines Journalisten für andere Seniorinnen gemacht ist.

00:00:32: Wie kommst du dazu?

00:00:36: Aus einer Not heraus, sage ich mal.

00:00:39: Ich habe ja wieder genauer richtig erwähnt, aus einer Musical-Ausbildung genießen dürfen.

00:00:44: Und ich hatte während des Tanzes nie Probleme mit den Knien rücken gar nix.

00:00:49: Und nach der Ausbildung habe ich dann mit Rennen intensiver begonnen, hatte Knieschmerzen.

00:00:55: Und es hat mich so überrascht, weil auch im Tanzen, ich hatte nie Probleme, aber bei diesen monotonen Bewegungen kriegte ich ein warmer Knieschmerzen.

00:01:02: Ich konnte fast keine Stufen mehr gehen.

00:01:05: Und da bin ich über meine Mutter, sie hat da ein Indio von dir gehört, ich weiß nicht, Fernsehen oder Radio.

00:01:12: Sie wohnt in Zürich immer noch.

00:01:14: Und sie hat gemeint, hey, geh mal zu Benitta, weil sie war von den Sitzbeinhöckern so begeistert, weil sie Ultronie gemacht hat.

00:01:20: Und sie hat den Sitzbeinhöckern so gekannt.

00:01:22: Okay.

00:01:23: Gehen wir nach Zürich im Studio, dann bin ich da hingelaufen.

00:01:27: Und nur schon, das war nicht so eindrücklich, nur schon durchs Gespräch mit dem Jahren damals, waren die Knie-Schmerzen fast weg mit der Ausrichtung.

00:01:35: Und so bin ich eigentlich zur Kantineka-Methode gekommen.

00:01:39: Und dabei geblieben.

00:01:41: und dabei geblieben.

00:01:42: Ich habe mir voll überlegt, wann ich das erste Mal in Berührung kam.

00:01:46: Ich bin mir nicht mehr genau sicher, ob es im Jahr Jahr zwei, zehn oder neun war, um das herum.

00:01:52: Okay.

00:01:53: Auch schon so lange.

00:01:55: Das war mir nicht bewusst.

00:01:57: Und ein Sohn, der auf die Mutter hört, ist ja an sich schon ein Wunder.

00:02:05: Aber nicht immer, nicht

00:02:06: immer.

00:02:06: Aber nee, das ist wirklich ein ganz wichtiger Impuls.

00:02:09: Und ja, seitdem begleitet mich das wirklich immer, mal mehr, mal weniger, aber das ist immer so als Basis vorhanden.

00:02:21: Kannst du benennen, was dann die Knischmerzen wegzauberte?

00:02:27: Ich kann mich noch erinnern, es war die Fußstellung.

00:02:30: Und vor allem, es war das nach oben dieses Weg vom Bodendenken.

00:02:36: Das habe ich zwar vom Tanzen, das sind unglaublich viele Ähnlichkeiten.

00:02:40: Das nach oben das zentrierte, er hat einfach tanzen, es hat einen Leistungsorientierter mehr nach außen orientiert.

00:02:47: Also nicht nur, aber doch.

00:02:50: Diese Information, diese kleine Information, hey, Fuß, Großzehn, Grundgelenk, ah, okay, die Beinachse schön finden und das nach oben denken.

00:02:59: Dieses Luftpolster und den Fuß.

00:03:02: Und das hat mir eigentlich, hat Klick gemacht.

00:03:06: Ja, das hat mir geholfen.

00:03:08: Eine Frage, die mich umtreibt, wenn ich ... Tänzern zuschauen, auch du hast ja große Sprünge gemacht und dann musst du ja wieder auf dem Boden landen.

00:03:24: Oder bei unserem Joggen sagen wir vom Boden weg, vom Boden weg, vom Boden weg und kaum landen.

00:03:30: Keine Wurzeln schlagen.

00:03:33: Wie viel ist davon umsetzbar in den Tanz?

00:03:37: Hat das auch profitiert oder ist es zwei Kapitel?

00:03:41: Absolut, es ist... Also auch im Tanz, wenn du Sprünge machst, es ist auch nieder, es ist harte Land, du fährst immer ab.

00:03:48: Also das Weiche ist auch sehr entscheidend.

00:03:54: Was ich so faszinierend fand und eigentlich immer noch und eigentlich eher, als junger Mensch versteht man das halt noch nicht so, im Kleinen liegt die Kraft.

00:04:04: Als junger Mensch hat man diese Sturme und Trang, ich will immer größer, schneller, mehr, mehr, mehr, aber das zur Ruhe kommen nach innen.

00:04:10: und dem inneren Impuls zu folgen.

00:04:12: Das finde ich ist etwas, was ich immer wieder neu entdecke bei mir.

00:04:17: Es geht um den inneren Impuls.

00:04:19: Wie beginne ich eine Bewegung?

00:04:22: Und wenn dieser Impuls... Dass ich

00:04:24: unterbreche, du hast dazu auch ein schönes Motto auf deiner Homepage.

00:04:30: Manchmal musst du kleine Schritte gehen, um das Unmögliche zu erreichen.

00:04:35: Ich habe das mit so... großen Vergnügen inhaliert, weil bei mir war das genauso.

00:04:42: Ich musste atmen, musste die Wirbelsortieren, musste in mich hinein und ganz kleine Schritte machen.

00:04:53: Nein, es ist diese kleinen Schritte.

00:04:55: Das ist wirklich etwas, wo ich jetzt auch als Yoga-Therapeut Eigentlich die Frage, wo kommt eine Bewegung her?

00:05:03: Was ist der erste Impuls?

00:05:05: Was ist deine Motivation?

00:05:06: Und wenn man die Präzision von der Technik, die du so wunderbar kreiert hast mit der Sprache, geht ihm ja da darauf hin, weniger ist mehr, findet den Impuls von aus der Tiefe heraus und wenn das richtig schön gestützt und unterstützt ist, dann kannst du rausgehen, ohne Schaden zu nehmen.

00:05:27: Und ich denke, diese Methode ist egal, ob du Kraftsport machst, ist egal, was du machst.

00:05:35: Die Präparation ist alles, die Vorbereitung ist alles.

00:05:37: Habe dich auch im Singen, stell dich hin, stell den Ton vor und dann geh.

00:05:43: Und bei der Methode ist es genauso, diese innere Ausrichtung, Aufrichtung und dann kannst du groß werden, wie du möchtest.

00:05:52: Das schränkt sich ja nicht, also es hebelt sich ja nicht aus gegenseitig.

00:05:59: Dann hast du damit schon die Frage beantwortet, was therapeutische Yoga für dich ist.

00:06:06: Weil die Yoga-Versuche, die ich machte, die waren initiiert von außen.

00:06:12: Mir wurde gesagt, mach das.

00:06:13: Man wurde nach der Fuß eingedreht und mein Körper hatte keine Zeit.

00:06:20: Da hinein.

00:06:20: Er hat immer noch Angst vor Yoga.

00:06:23: Ich bin damit mal mit deinem Super-Guru-Wolke mich in den Handstand bringen und mit meiner Skoliose.

00:06:30: Es ging nicht und ich fiel und tat mir sehr weh.

00:06:35: Und das ist gespeichert im Körper, der hat Angst.

00:06:38: Dann muss ich mal zu dir in eine Yoga-Lektion kommen.

00:06:42: Wenn du mir die Zeit gibst, mich von innen zuerst zu stabilisieren.

00:06:50: Also es ist ganz wichtig eigentlich, dass man auch nicht immer traurig so etwas zu hören, weil das es gibt, also Yoga Therapie, also Kantenika, also jetzt von den Außen aus, von den Körper.

00:07:04: Bewegen her ist Kantenika unglaublich neu an der Therapie, weil da geht es auch in diese kleinen Prozesse.

00:07:12: Dieses nach innen schauen, also wo, wie fühlt sich das an der Unterschiede vor danach?

00:07:18: Das ist eine Yoga-Therapie sehr entscheidend.

00:07:20: Du hast wahrscheinlich

00:07:21: das Gute... Kannst du ein Beispiel bringen?

00:07:24: Kannst du ein Beispiel bringen?

00:07:26: Eine Vorstellung, eine Kopthaltung?

00:07:29: Aus zum Beispiel Fussstellung ist auch klassisch, wenn du stehst, dann mal den Fuß abrollen, so innenkante, außenkante, nach vor zurück.

00:07:37: Und wenn du die Hände am Becken hast, dann spürst du die Bewegung im Becken und dann findest du deine perfekte Beinachse, also wo bin ich dann im Lot.

00:07:47: Und das sind so diese Mikroübungen.

00:07:49: Auf einen Yogatherapie, wo auch so diese kleine Sachen, wobei da kommt ich noch Atem dazu, es kommt noch Energiearbeit, Mantras, also es ist noch ein größeres Feld.

00:08:01: Aber jetzt von der Körperwarnemung her ist das unglaublich ähnlich, weil es auch nach innen ausgerichtet ist und nicht nach außen.

00:08:08: Es gibt so ein schöner Spruch.

00:08:10: Du sagst

00:08:10: Atem

00:08:13: mit so Feld, Wald und Wiesen-Yoga.

00:08:17: knall ich ja immer wieder zusammen mit meinem aufgespannten Zwerffell und der Atmung mit dem Bauch, mit der Länge, in die Länge, wie ein schlafendes Kind mit diesem konsequenten Langbleiben.

00:08:38: Und eben zu atmen wie Babys.

00:08:41: Babys machen sich mit dem Atemzug lang.

00:08:43: Auch Kinder heranwachsen.

00:08:45: Wenn du denen in der Nacht zuschaust, ist Atmen ein ausdehendes.

00:08:51: Und erst wenn wir ausgewachsen sind, kommt dieser Flow, der auch von der Schulanatomie geschürt wird, dass wir ausgewachsen sind.

00:09:00: Tag X schrumpfen.

00:09:03: Und wie ist das in deinem therapeutischen Yoga?

00:09:06: Verträgt sich auch das Atmen?

00:09:09: Ja, also es geht auch, man generell geht es immer darum, Länge, Kraft und Freiheit zu kriegen.

00:09:17: Es geht immer darum, in die eigene Kraft zu kommen.

00:09:19: Das ist für mich so eine Grundprämisse.

00:09:22: Ich habe manchmal aber auch die Erfahrung gemacht, man muss manchmal wie in ein Gegenpol gehen, um für sich das Richtige wieder zu finden.

00:09:32: Also zum Beispiel, wenn einer so übertonisch ist, der darf wirklich mal loslassen, einfach mal loslassen und auch der Gedanke an Form, mal vergessen, es geht nicht in die Form, um dann wieder etwas Neues aufzubauen.

00:09:46: Also die Entspannung zum Beispiel ist eine Yogatherapie, auch ein sehr wichtiger Aspekt.

00:09:52: und zur Ruhe zu kommen.

00:09:53: Als

00:09:53: Reset.

00:09:55: Als Reset, praktisch.

00:09:57: Ja.

00:09:57: Toll.

00:09:59: Du unterrichtest bei uns am Schaffhauserplatz.

00:10:05: Wie viele Lektionen jetzt?

00:10:07: Du bist der Early Bird.

00:10:08: Fünf.

00:10:09: Auch, gell?

00:10:10: Irgendeine Stunde hast du frühmorgens.

00:10:13: Ja, Montag ist in der Früh um halb acht.

00:10:17: Genau.

00:10:17: Und wie mischst du da ganz Klinika?

00:10:23: Körperin, Evolution und Yoga, wie und Tanz und...

00:10:29: Also ich finde es schwierig zu beschreiben.

00:10:34: Der gemeinsame Nenner ist immer von innen nach außen.

00:10:38: Das ist der gemeinsame Nenner.

00:10:39: Es ist natürlich im Yoga, dem Tanz, hast du viel Freire, also vom Tanz diese freieren Bewegungen, wo keine Form haben, aber von innen gestützt sind.

00:10:49: Also im Grunde genommen ist dieses Kantennika, trifft Tanz oder Stänzerische, geht vom Prinzip her immer darum, innen die Verbindung spüren, tiefe Muskulatur, innerlich gefestigt sein, in der Halt finden und das nach außen hin in die Freiheiten, das unabhängige, frei bewegende zu bringen, aber immer gestückt von innen her.

00:11:12: Das sind nicht so der gemeinsame Nenner bei mir.

00:11:17: Die Lektionen, die du in deinem Studio machst, wie gestaltest du die auch?

00:11:23: Immer Mix oder gibt es auch zum Aufbau reine Yoga oder reinigantjenige Lektionen?

00:11:35: Es mischt sich alles, weil ich versuche im Moment... die Dinge zu verknüpfen, das Gemeinsame herauszuarbeiten.

00:11:47: Es ist manchmal so, wenn ich ... Es ist eine reine Kantenika-Stunde.

00:11:54: Ich würde sagen, nein, ist es nicht.

00:11:55: Aber ein sehr hoher Prozentsatz.

00:11:58: Weil ich freiere andere Sachen noch einfließen, die zum Teil spontan kommen.

00:12:05: Und ich manchmal auch die Struktur ein bisschen verlasse, aber nicht den inneren Halt.

00:12:10: Es ist schwierig zu beschreiben.

00:12:12: Es ist ein bisschen ... Auch viel situativ.

00:12:16: Also wie die Gruppe zum Beispiel, wie ist die Gruppenstimmung, wie sind die Leute, was haben sie für Beschwerden?

00:12:22: Wie ist ihr Empfinden?

00:12:23: Da kann ich etwas Wunderbares vorbereiten, komme in die Stunde, merke, wow, das funktioniert nicht, weil die Leute andere Bedürfnisse haben.

00:12:31: Und das merke ich auch, das fließt enorm stark bei mir ein.

00:12:37: Und das ist ja ein großes Talent, diese Intuition.

00:12:40: Vorbereiten, um alles zu verlassen.

00:12:45: Wie viele Leute kommen zu dir?

00:12:48: mehrere Fragen?

00:12:51: Kommen die Leute zu dir auch?

00:12:54: Wie zu mir?

00:12:55: Meistens, wenn schon was weht.

00:12:58: Ganz wenige, wirklich Prävention.

00:13:01: Oder hast du das Glück, dass sie über Tanz, Musical, Gesang völlig gesunde junge Menschen kommen?

00:13:10: Eigentlich ist es eine Therapieklasse.

00:13:14: Also ich glaube, ich habe wenig, die nichts haben.

00:13:18: Also viele, was weißt du, viele Knie oder Handgelenk oder Schulter.

00:13:25: Eigentlich ist es wirklich... Und das ist oft auch, denke ich, eine Schwierigkeit, wenn dann so ein junger, dynamischer Reinkommt und dann ein bisschen eine Gruppe mit Leuten, die sehr eingeschränkt sind von der Bewegung her.

00:13:37: Das ist extrem heterogän, das ist wahnsinnig schwer zu handeln.

00:13:43: Also ich habe im Moment eher ältere Leute, aber ich glaube es ist auch so, ich rede aus eigener Erfahrung, dieses Nach-Innen, dieses Weniges mehr ist als junger Mensch schwer, irgendwie vorzustellen, ich will doch machen, ich will machen, ich brauche diesen Push irgendwie und das kommt vielleicht auch noch dazu, dass die Interessen...

00:14:04: Was sind für dich ältere Leute?

00:14:06: Weil für mich sind ältere Leute jetzt ab fünfundneunzig.

00:14:10: Ach, nein, okay.

00:14:10: Durch

00:14:11: mein eigenes Alter.

00:14:14: Man wird auch sehr flexibel.

00:14:16: Ab fünfundsechzig, sag ich mal.

00:14:19: Okay.

00:14:22: Ja, das stimmt.

00:14:23: Wenn ich auch so umschaue, so Buhmen, exorbitante Bewegungen, Bilates mit Maschinen, ganz viele Maschinen überall.

00:14:36: Und bei den Jungen ist dieses nach außendelegieren, das erscheint mir sogar, dass es zugenommen hat während durch die Pandemie.

00:14:46: Das ist gut möglich, ja.

00:14:48: Dass dieses Delegieren der... wie viele Frauen, wie viele Männer, Anteil ungefähr?

00:14:58: Ich fang mal bei den Männern allen bei Null.

00:15:01: Ich hab... Hin und wieder zwei Männer, aber es ist wirklich eine Rarität, ich hatte mal eine Einzelstimmung mit jemandem.

00:15:15: Ich glaube insgesamt hatte ich drei bis vier Männer, aber hauptsächlich sind das Frauen, wirklich.

00:15:23: Möchtest du das so oder überraschtest dich?

00:15:27: Also möchten, ich finde, Mischungen immer cool.

00:15:31: Überraschend tut es mich irgendwie nicht.

00:15:34: Aber es wäre schon wünschenswert.

00:15:37: Ich meine, es wäre cool, auch eine reine Männergruppe mal zu haben.

00:15:39: Das finde ich auch cool.

00:15:40: Weil so, ich habe das Gefühl, dass man mit Männern oder auch mit Jungs anders arbeiten kann als mit Mädchen oder Frauen oder Damen, wie auch immer.

00:15:51: Und ich hätte schon auch Freude, eine reine Männergruppe zu haben.

00:15:54: Das wäre schon auch cool.

00:15:55: Okay,

00:15:55: müssen wir das für Zürich anpacken?

00:15:58: Ja, ich find das cool.

00:15:59: Ich denke, es sind... Zusammensetzen,

00:16:03: Formen finden, Sandra wird tolle Werbung machen.

00:16:07: Weil ich könnte mir das schon vorstellen, dass das Männer unter sich nochmal anders ist.

00:16:15: Ich hab

00:16:16: jetzt in meinem Skoliose Workshop drei Männer, die sehr motiviert sind, geht wunderbar auf.

00:16:23: Im Studio habe ich eigentlich in meiner Halb-Sieben einen Mann, der seit fünfzehn Jahren kommt.

00:16:32: Und sonst waren sie immer so besuchen und wieder weg.

00:16:37: Weil zu viel, ich weiß noch, mein damaliger Friseur sagte, Er konnte nur am Montag und das waren dann so extreme Frauenklassen.

00:16:52: Er sagte, ich habe schon meine Bude voller Frauen.

00:16:55: Ich mag an meinem freien Tag nicht unter lauter Frauen trainieren und ich habe das verstanden.

00:17:02: Müssen wir sofort ein Brainstorming machen, wie wir die eine Männergruppe.

00:17:11: Ja, ich denke es nach vielen Vorurteilen.

00:17:12: Im Yoga ist das genauso.

00:17:14: Das ist eine Frauengeschichte.

00:17:16: Oder auch mit Tanzen, anders machen wir auch nur

00:17:18: Schwule.

00:17:18: Yoga, immer noch.

00:17:20: Ja, ja.

00:17:20: Also im Yoga, das ist so.

00:17:22: Zum Beispiel im Yoga, das Leistungsorientiert, was ich um die Asanas geht, um die Kraft und so.

00:17:29: Das ist eher Leistungs, das ist auch nicht der richtige Begriff, aber mit den krassen Asanas.

00:17:37: Da hast du schon einige Männer.

00:17:39: Aber es ist schon viel, viel, natürlich viel besser geworden.

00:17:43: Aber es ist immer noch ein gewisser Vorurteile, Yoga, auch mit Spüren und Fühlen.

00:17:49: Es sind schon noch Vorurteile da.

00:17:51: Aber es ist schon viel besser.

00:17:55: Und Tanz, wolltest du auch noch ansprechen?

00:17:58: Ja, Tanz hat auch, da kommst du davon, welche Richtung.

00:18:00: Ich mein so paar Tanz, also logisch immer Fifty, Fifty.

00:18:05: Aber wenn es in so Richtung Ausdruck oder kreativer Tanz geht, da ist ... Es sind einfach in gewissen Schichten gewisse Vorurteile.

00:18:13: Da

00:18:14: brauchen wir, du hast ja wundervolle Fotos auf deiner Homepage.

00:18:19: Brauchen wir dann Bilder, wo du in der Luft springst, dass wir den Männern sagen können, das kannst du auch.

00:18:28: Oder so hole ich die Leute rein, dass ich immer sage, was ich kann, kannst du auch, ob ich das kann, was du kannst.

00:18:35: In diesem Leben weiß ich nicht.

00:18:37: In meinen

00:18:40: Muskeln

00:18:41: steckt da und dort eine Angst, ein Trauma, dass ich bis jetzt, weiß so, rückwärtsbeugung.

00:18:51: Extrem schnell geht nicht, weil bei mir halt zwei Bandscheiben nur fragmentarisch da sind.

00:18:59: Und dann sagt da hinten, wenn ich da Rückbeugung machen will, sagt also eine Erinnerung, nein, das machst du jetzt nicht.

00:19:06: Ich wollte doch auf meinen siebzigsten Geburtstag eine Rückwärtsrolle.

00:19:11: Und dann dachte ich, okay, dann auf dem fünfundsebzigsten, ich habe sie immer noch nicht geschafft, weil ich nicht über die Angst komme.

00:19:18: Das

00:19:21: führt mich nachlos zur Frage.

00:19:22: Ich kann nicht mehr vorstellen, dass

00:19:25: Angst

00:19:26: im Tanz eine Rolle, die Überwindung von Angst, ja eine Rolle spielen kann.

00:19:31: Ja.

00:19:33: Also ich glaube, dass Angst wie auch Stress der Hauptgrund für all unser Leiden ist.

00:19:43: Und diese Angst, auch die Angst von Kontrollverlust ist es nicht innerlich angebunden sein, auch das Urvertrauen ins Leben.

00:19:53: Das hat uns zum Beispiel beim Kantenniker das Buch Embodiment, was du ja auch mitgeschrieben hast.

00:20:00: Das finde ich enorm cool, weil einfach da genau diese Zusammenhänge sind zwischen Körperarbeit und auch seelischen Befinden, dass eben gewisse Dinge auch ausgelöst werden können.

00:20:13: Und das auch mit den Yogatherapie, mit traumasensiblen Menschen muss man auch wahnsinnig aufpassen.

00:20:20: Also wie weit, ich kann sie nicht überfordern, weil dann sofort wieder im Trauma oder im Drama drin sind.

00:20:27: Und Angst.

00:20:29: Und das, was du beschrieben hast, dass nach hinten absoluter Kontrollverlust.

00:20:33: Ich habe keine Orientierung mehr.

00:20:35: Ich habe kein Halt mehr, ich kann nicht mehr stützen oder kontrollieren.

00:20:40: Also du sagst, das ist bei mir mental?

00:20:43: Also weiß ich, ich weiß nicht.

00:20:45: Jetzt habe ich es mal so vor mich her.

00:20:47: Und

00:20:47: ich habe es empfunden, dass da etwas in meinem Körper steckt, auf das ich noch keinen Einfluss habe.

00:20:55: Ich würde sie dann ganz demütig auf in die Abteilung blinden Fleck geben.

00:21:03: Es ist interessant, muss ich darüber nachdenken, ob die Blockade hier ist und gar nicht in den fehlenden Bandscheiben.

00:21:11: Also ich, das sind zum Beispiel die diogische Sicht.

00:21:14: Also wenn ich eigentlich auch meine, dass Geist über Materie und ich kann auf geistiger Ebene sind viele.

00:21:21: Ich habe zum Beispiel mit einem Beispiel gehabt, mein Handgelenk.

00:21:23: Ich hatte eine stressige Situation, beruflich.

00:21:26: Das linke Handgelenk hat geschmerzt.

00:21:29: Es war wie blockiert.

00:21:30: Ich konnte Übung machen, es ging nicht weg.

00:21:33: habe den Job gewechselt, in einer Woche war es frei.

00:21:36: Und da habe ich einfach gemerkt, der Mensch ist ein sehr, ein multidimensionales Wesen.

00:21:44: Es schwingen so viele schlechte Körperhaltung, schlechte Lebensfinger spielen so viele Dinge mit hinein und es hat alles eine Wechselwirkung, dass ich eben etwas, was körperlich ist, auch geistig betrachtet werden darf.

00:22:01: Also warum habe ich Angst nach hinten?

00:22:03: Warum habe ich eine innere Blockade?

00:22:05: Warum tut mir das nicht gut?

00:22:06: Fühl ich mich unwohl?

00:22:08: Das finde ich spannend.

00:22:10: Weil ich wollte diese Rolle.

00:22:12: Zum Beispiel?

00:22:13: Ich nahm mir auch einen Artisten, der sie mir zeigte und mir gut zusprach.

00:22:18: Und dann war ich da so auf halbem Weg und okay, ich werde darüber nachdenken, was würdest du mit mir machen, wenn anstellen, wenn ich zu dir als Yogatorerbeuten käme?

00:22:31: Also der Ansatz wäre, wir hätten ein Gespräch.

00:22:35: und was wäre für dich jetzt das Thema?

00:22:40: Das ist auch in der Therapie, ist auch ganz klar, also Komplementärtherapie, ist ganz klar, nicht ich mache.

00:22:48: Sondern ich begleite dich und wir finden etwas für dich.

00:22:51: Es geht nicht um mich, sondern um dich.

00:22:53: Und was ist deine Thematik?

00:22:55: Nicht was ich denke, was für dich gute, sondern es geht da drum zu spüren.

00:22:59: Hey, was möchte ich?

00:23:00: Und wenn dann ein Wunsch geäußert wird, ich möchte jetzt so eine, das Vertrauen in das Rück, in das nach hinten gehen, ich möchte das anschauen, dann werden wir gemeinsam herausfinden, was jetzt gut für dich wäre.

00:23:14: Also es gibt kein Schema.

00:23:16: A, B, C sind Sie sehr wirklich auf die Person und situativ ausgerichtet.

00:23:23: Das verträgt sich wunderbar mit der gandienika Methode, weil da haben wir ja auch keinen Rezept denken.

00:23:34: Ja, absolut.

00:23:35: Es

00:23:35: gibt diese, meine absolut perfekte biomechanische Vorstellung, fast robotikartig, und die muss ich auf acht Milliarden Individuen aufbröseln lassen.

00:23:50: Und das ist oft der Fehler, wo dann viele denken, ich muss nach Schema handeln, aber wie du sagst, das sind Individuen.

00:23:57: Und was für dich im Moment gut ist?

00:23:59: Meinst

00:23:59: du jetzt die Therapeuten?

00:24:03: Allgemein, bei allem was wir machen.

00:24:07: Also eigentlich bei allem sind wir Individuen und es kann ja sein, dass es im Moment, was für dich jetzt gut ist, für mich nicht so gut ist.

00:24:15: Obwohl es gut ist.

00:24:16: Und

00:24:16: dass was für mich heute gut ist in vier Monaten, für mich auch nicht mehr richtig ist.

00:24:21: Absolut, absolut.

00:24:23: Und das Schöne ist etwas Lebendiges.

00:24:26: Es ist lebendig und ich entwickle mich weit und gewisse Dinge, die ich jetzt brauche, brauche ich vielleicht in zwei Jahren nicht mehr, weil ich es schon integriert habe.

00:24:37: Was ist aus dem Musical Star geworden?

00:24:42: Machst du noch Auftritte?

00:24:48: Ich habe... Nach Corona die Tür mal ein bisschen zugemacht, weil auch der Wunsch in mir schon länger schlummerte.

00:24:56: Ich möchte noch mal so ein bisschen weitergehen.

00:24:59: Ich habe für mich das Yoga entdeckt.

00:25:01: Und

00:25:03: ich möchte mal so pauschal sagen, ich wollte keine Rollen mehr spielen.

00:25:07: Ich wollte mich sein.

00:25:09: Und das Authentische.

00:25:12: Obwohl ich das, ich habe das geliebt, das spielerische Außerbieren, aber jetzt ist so der, ich möchte mich sein, aber ... Ich verwende die Bühne im Sinne von, wenn ich Stunken gebe, wenn ich Weihnachtslieder singe, aber ich habe momentan nicht den Wunsch, irgendwie wieder zurück ins Theater zu gehen.

00:25:30: Aber die Tür ist nicht zu.

00:25:31: Also es kann sein, in zehn Jahren kommt irgendwas, wo ich Bock drauf habe, dann mache ich es wieder.

00:25:37: Aber im Moment geht die Reise ein bisschen woanders hin.

00:25:45: Weihnachtsleder, Stichwort Weihnachtsleder und Türen nicht zu.

00:25:48: Wie hältst du die Türen offen?

00:25:51: Die bleiben ja nicht von selbst offen.

00:25:53: Also ich kann jetzt zum Beispiel, wie es meine, ich war mal Journalistin und bekam da neulich wieder die Anfrage, könnte ich jetzt nicht helfen, eine Buchlesung vorzubereiten.

00:26:03: Ich hätte doch bestimmt beste Kontakte.

00:26:06: Ich habe die Türen nicht offen gehalten.

00:26:09: Wie machst du das?

00:26:11: Es ist eine innere Haltung.

00:26:13: Also ich sage niemals nie.

00:26:15: Und ich weiß einfach aus der eigenen Erfahrung, was meine Frau gesagt hat, was jetzt nicht mehr so aktuell ist, kann in fünf Jahren wieder aktuell werden.

00:26:23: Und so ist das Leben.

00:26:24: Also meine, ich bin jetzt mal hier, wo ich in fünf Jahren stehe, ich habe eine Ahnung, ich habe einen Wunsch, aber wie es Leben dann wirklich kommt, weiß ich nicht.

00:26:34: Und du hast auf einem soliden Standbein aufgebaut.

00:26:39: Was ist das mit den Weihnachtsledern?

00:26:43: Ja, also ich habe, z.B.

00:26:44: im letzten Jahr, gehe ich so in Alten und Pflegeheim und habe so einfach zu spontan gesagt, hey, kann ich Lieder singen?

00:26:50: Und habe da meine Lieder gesungen.

00:26:52: Und das werde ich dieses Jahr auch wieder machen.

00:26:54: Das wäre so schön.

00:26:55: Das wäre

00:26:55: so schön.

00:26:58: Toll, müssen wir im Studio auch bewerben, dass Leute, wir haben ja einige Menschen aus Pflegeberufen, die haben ja alle die Herausforderung, dass sie sich das Embodiment in die Kraft und da sein für den anderen und sich dauernd übernehmen.

00:27:18: Und ich habe einige Kundinnen in Pflegeberufen und die können ich dann buchen, als singender Weihnachtsmann.

00:27:27: Wie schön

00:27:28: ist das denn?

00:27:29: Ich habe so einen coolen grünen Anzug mit so Weihnachtsdeko drauf.

00:27:34: Ich finde einfach, das ist auch wieder so unglaublich schön.

00:27:36: Es sind auch die Lieder.

00:27:39: Man schenkt auch wahnsinnig viel Freude den Menschen.

00:27:42: Oder ich habe auch mit einem Kindergarten, würde ich auch gehen.

00:27:47: Ich liebe das, das so schön, einfach auch diese Freude und das gemeinsame Singen und auch diese Thematik, Weihnachten so, ist etwas, was mich immer wieder mal berührt.

00:27:57: Also schön.

00:27:58: Toll, sehr schön.

00:28:01: Hast du etwas, was du bei dieser Gelegenheit unbedingt in die Welt hinaus flüstern oder brüllen magst?

00:28:16: Also eigentlich sei du selbst.

00:28:18: Das ist so jetzt allgemein, habt den Mut, deinen eigenen Weg zu gehen und vertraue auch, dass die guten Dinge in dein Leben kommen, sei es eine Technik, eine Methode, Menschen und optimistisch sein, nach vorne schauen und in Leben vertrauen.

00:28:38: Das würde ich so nicht auf den Punkt, aber so allgemein einfach so sei mutig, sei mutig.

00:28:47: Das impliziert auch Handle, tue was, fang an irgendwo.

00:28:52: Und das werde ich, weil der Brokkrastinator kommt nicht weit.

00:28:58: Ich schieße

00:28:58: auch schon, ich bin mutig, da muss man dann schon Mut bedeutet, in die Handlung zu kommen.

00:29:06: Und das ist auch die Körperarbeit.

00:29:08: halt eben toll, weil du ins Handeln kommst.

00:29:12: Du redest nicht einfach nur darüber, sondern du kommst hinein und der Körper ist ein Gegenwartzwesen.

00:29:17: Ich fühle sofort irgendeine Reaktion aus einer schönen an der Körperarbeit.

00:29:22: Du hast sofort ein Feedback.

00:29:25: Ob

00:29:25: gut oder gar nicht.

00:29:26: Du kommst in die Kraft, ja.

00:29:28: Ja.

00:29:29: Schönen.

00:29:30: Danke für das Gespräch, Marco.

00:29:32: Sehr gerne.

00:29:32: Hat Spaß

00:29:33: gemacht.

00:29:34: Ich freue mich auf den Gantieniker Weihnachts-Chinnell.

00:29:38: Ja, genau.

00:29:39: werde ich dann singend durch die Hallen gleiten.

00:29:43: Super!

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