Wo entsteht innerer Halt?

Shownotes

In dieser Folge von LAUT GEDACHT spricht Benita Cantieni mit Manuela Bucher über die Frage, wo Sicherheit wirklich entsteht.

Ausgangspunkt ist Manuelas Leidenschaft für die Berge. Schnell entwickelt sich daraus ein Gespräch über Körperwahrnehmung, Orientierung im Raum und die erstaunliche Wirkung der Diagonalen.

Manuela erzählt, wie sie CANTIENICA® Körper in Evolution mit Yoga und Nervensystemarbeit verbindet und weshalb die Polyvagal-Theorie ihre Arbeit bereichert. Gemeinsam sprechen sie über Aufspannung, innere Stabilität, das Tensegrity-Modell und darüber, warum viele Menschen Sicherheit im Aussen suchen – obwohl sie im eigenen Körper entstehen kann.

Ein Gespräch voller praktischer Erfahrungen, persönlicher Erkenntnisse und neuer Perspektiven auf Bewegung, Haltung und Präsenz.

Themen dieser Episode

  • Warum Orientierung im Raum trainierbar ist
  • Die Kraft der Diagonalen
  • Yoga und CANTIENICA® Körper in Evolution
  • Nervensystem und Polyvagal-Theorie
  • Aufspannung statt Anspannung
  • Innerer Halt und körperliche Sicherheit
  • Soma Reset
  • Mut, als Trainerin den eigenen Weg zu gehen

Gedanke zum Mitnehmen «Den Halt habe ich nie irgendwo im Aussen. Den Halt habe ich in mir.» — Manuela Bucher

Mehr über Manuela Bucher: https://cantienica.com/innerer-halt-manuelabucher/

CANTIENICA® Körper in Evolution ist anatomisch präzises Training für Aufrichtung, Kraft und Schmerzfreiheit – von innen nach außen. Du lernst, deinen Körper so zu bewegen, wie er von Natur aus gedacht ist: effizient, leicht und kraftvoll. Dein Körper versteht schnell, was ihm guttut – und antwortet mit Leichtigkeit.

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Transkript anzeigen

Benita Cantieni:Liebe Manuela Bucher, schön, dass du da bist und an so einem sonnigen Tag die Zeit findest.

Manuela Bucher:Danke, Benita.

Benita Cantieni:Auf deiner Homepage steht über deinem Angebot der Titel «Für den Alltag und die Berge». Gehe ich recht in der Annahme, dass du ein grosser Bergfan bist?

Manuela Bucher:Ja, das stimmt.

Benita Cantieni:Wie kommt das? Bist du mit den Bergen aufgewachsen?

Manuela Bucher:Ja. Ich komme aus der Zentralschweiz. Wenn ich aus dem Fenster schaue, sehe ich rundherum Berge – wunderschön. Schon als Kind waren wir viel in den Bergen unterwegs. Ich war Skilehrerin und bin unglaublich gern draussen, vor allem im Winter. Früher bin ich auch geklettert.

Das Klettern habe ich etwas zurückgestellt. Aber ich bin nach wie vor sehr gern in der Natur und in den Bergen unterwegs.

Benita Cantieni:Für mich ist ein verschneiter Tag in den Bergen ein Albtraum. Ich dachte, du könntest mir dieses Trauma vielleicht nehmen. Selbst wenn ich wandern gehe, muss ich bei jedem Schritt aufpassen, wo ich hintrete. Sonst stolpere ich oder trete irgendwo daneben. Wahrscheinlich bin ich ein Hans Guck-in-die-Luft.

Manuela Bucher:Du hast doch eine gute Körperwahrnehmung, Benita. Ich gehe davon aus, dass du trittsicher unterwegs bist und dich auf deinen beiden Beinen wohlfühlst. Deshalb kann ich mir fast nicht vorstellen, dass dir das wirklich passiert. Höhenangst ist natürlich wieder ein anderes Thema.

Benita Cantieni:Wirf mich ins Wasser – da bin ich sicher und glücklich. Stell mich auf einen Berg ...

Manuela Bucher:Da habe ich eher meine Mühe. Da steckt wohl mein eigenes Trauma.

Benita Cantieni:Wären wir verheiratet, hätten wir einen Konflikt: Berge oder Meer? Das soll ja auch für Beziehungen ein Thema sein. Irgendwie stimmt das Vorurteil offenbar. Entweder liebt man das Wasser oder die Berge.

Manuela Bucher:Dann müssten wir getrennt Ferien machen.

Benita Cantieni:Mich beschäftigt das Thema gesundes Altern sehr. Letzte Woche hatte ich eine Frau Anfang fünfzig in einer Privatlektion. Sie konnte keine Übung machen, ohne ständig auf ihre Füsse zu schauen.

Kurz darauf las ich in einem Buch, dass die Orientierung im Raum eng mit dem Alter und der Fitness des Gehirns zusammenhängt. Seither betone ich noch mehr: «Richte deine Füsse hüftgelenkschmal aus – ohne hinzuschauen.»

Kennst du dieses Phänomen?

Manuela Bucher:Ja, sehr gut. In meinem Unterricht sage ich das jede Woche: «Füsse hüftgelenkschmal ausrichten.» Trotzdem muss ich es immer wieder erklären und oft auch zeigen.

Einerseits stehen viele Menschen einfach gewohnt breiter. Andererseits glaube ich, dass viele Mühe haben, ihren Körper wirklich zu spüren. Sie wissen gar nicht genau, wo ihre Füsse im Raum stehen.

Benita Cantieni:Das finde ich unglaublich spannend. Vielleicht schreibe ich einmal einen Blog darüber.

Vieles, was ich unterrichte, habe ich zunächst intuitiv entwickelt. Erst später finde ich wissenschaftliche Erklärungen dafür. Als ich diesen Zusammenhang gelesen habe, wurde mir sofort klar, wie logisch das ist.

Wenn Menschen älter werden und ihre Haltung verlieren, fällt häufig zuerst der Kopf nach vorne, der obere Rücken wird rund. Wenn man das zusätzlich verstärkt, indem man ständig nach unten auf die eigenen Füsse schaut, scheint das der Gesundheit des Gehirns nicht gerade förderlich zu sein.

Manuela Bucher:Ja. Und das Orientieren im Raum, das du angesprochen hast, ist für uns Menschen enorm wichtig. Dass wir uns im Raum orientieren können und gleichzeitig bei uns selbst präsent bleiben. Ich glaube, genau das ist ein entscheidender Punkt: sich spüren zu können, ohne hinzuschauen – einfach, weil die Wahrnehmung da ist.

Benita Cantieni:Du hast mir vorhin eine gute Körperwahrnehmung unterstellt. Die habe ich allerdings erst spät entwickelt – über die Diagonalen.

Die Diagonalen holen mich in den Körper. Sie geben mir Symmetrie und Halt im Raum.

Manuela Bucher:Das finde ich spannend. Ich hatte kürzlich ein Retreat mit vielen Menschen, die noch nie etwas von CANTIENICA® Körper in Evolution gehört hatten.

Für einige war genau das das grosse Aha-Erlebnis: die Diagonalen. Plötzlich fühlten sie sich präsenter und sicherer, zum Beispiel in Balancehaltungen.

Für mich gehört das inzwischen so selbstverständlich dazu, dass mir gar nicht bewusst war, wie neu diese Erfahrung für andere Menschen ist. Für sie kann das ein richtiges Schlüsselerlebnis sein.

Benita Cantieni:Wenn Kinder auf allen vieren krabbeln und den Kreuzgang – dieses Meisterwerk des kontralateralen Gehens – entdecken, sind sie vollkommen darin. Später geht diese Fähigkeit oft verloren.

Eigentlich ist das für die Menschen nichts Neues. Sie haben es nur vergessen.

In dieser Konsequenz arbeiten wir als CANTIENICA® Körper in Evolution damit einzigartig.

Jetzt schlage ich einen Bogen zum Yoga.

Seit ich die Diagonalen wirklich beherrsche, kann ich Yoga-Asanas einnehmen, die früher unmöglich waren. Früher fiel ich in einer Kriegerposition einfach um.

Manuela Bucher:Weil dir damals die Vernetzung gefehlt hat? Oder die Präsenz im Körper?

Benita Cantieni:Ja. Unter anderem wegen meiner Skoliose.

Du verbindest CANTIENICA® Körper in Evolution intensiv mit Yoga. Stimmt das?

Manuela Bucher:Ja. Meine Yoga-Klassen sind sehr stark von CANTIENICA® Körper in Evolution geprägt.

Wenn neue Teilnehmerinnen oder Teilnehmer kommen, nehme ich mir – wenn möglich – vor der Stunde etwas Zeit, um zu erklären, weshalb ich manches anders anleite.

Für viele ist das am Anfang eine mentale Herausforderung. Da kommen Begriffe wie rechts, links, vorne, hinten, Kronenpunkt, Aufspannung – und plötzlich versucht der Kopf, alles gleichzeitig zu verstehen.

Dann können sie oft gar nicht entspannen.

Mit der Zeit verändert sich das. Nach zwei oder drei Lektionen beginnt das Wording gewissermassen durch den Körper zu fliessen. Dann muss nicht mehr alles zuerst über den Kopf verstanden werden.

Benita Cantieni:Der Kopf ist meistens überfordert.

Kommen eher Menschen zu dir, die bereits Yoga praktizieren und mehr Qualität in ihre Praxis bringen möchten? Oder Menschen, die ganz neu einsteigen?

Manuela Bucher:Ich habe kürzlich einen Workshop für Yogalehrerinnen und Yogalehrer in der Gemeinschaft geleitet, in der ich selbst unterrichte.

Auch dort war vieles neu. Zum Beispiel die Vorstellung, von unten nach oben auszuatmen oder den Brustkorb bei der Ausatmung nicht zusammenfallen zu lassen.

Ich überzeichne das in meinen Demonstrationen manchmal bewusst, damit der Unterschied sichtbar wird.

Auch Dinge wie über den Kronenpunkt auszuatmen oder die Schlüsselbeine weit zu setzen – all diese Feinheiten.

Schon während meiner Yoga-Ausbildung hatte ich immer wieder das Gefühl: Irgendetwas fehlt.

Später wurde mir klar, weshalb.

Ich hatte Yoga bei Andrea Tresch gelernt. Wahrscheinlich war genau das der Unterschied. Wahrscheinlich war es CANTIENICA® Körper in Evolution, das ich dort erlebt hatte.

Und genau deshalb habe ich später auch die Ausbildung zur CANTIENICA®-Trainerin begonnen.

Benita Cantieni:Und jetzt machst du bald die nächste Ausbildungsstufe bei mir. Darauf freue ich mich.

Manuela Bucher:Ich mich auch.

Benita Cantieni:Was ich an deinem Angebot faszinierend finde: Du verbindest Krafttraining, Nervensystemarbeit, Bewusstseinsarbeit und Soma Reset. Das ist eine spannende Kombination.

Vermittelst du diese Themen einzeln oder fliessen sie in ein gemeinsames Konzept?

Manuela Bucher:Das ist im Moment tatsächlich meine grosse Herausforderung.

Ich arbeite daran, mein Angebot so zu gestalten, dass es klar, verständlich und gut verdaubar ist – ohne die Menschen zu überfordern.

In den letzten Jahren ist unglaublich viel zusammengekommen. Die CANTIENICA® Körper in Evolution-Methode, die Ausbildung im Neuro-Embodiment und all das Wissen über den Körper und das Nervensystem. Vor allem aber die innere Ruhe, die ich dadurch selbst entwickelt habe.

Jetzt geht es darum, all diese Erfahrungen zu einem stimmigen Ganzen zu verbinden.

Benita Cantieni:Wir sprechen nicht von Schwierigkeiten – wir sprechen von Herausforderungen.

Manuela Bucher:Genau. Herausforderungen.

Ich empfinde all das wirklich als Schatztruhe. Die CANTIENICA® Körper in Evolution-Methode ist dabei ein ganz wichtiger Baustein. Sie ermöglicht mir, Menschen mit einer Präzision in die Körperwahrnehmung und Präsenz zu begleiten, wie ich es sonst nirgendwo kennengelernt habe.

Vorhin hast du die Diagonalen und den inneren Halt angesprochen.

Ich beobachte immer wieder, dass viele Menschen ihre grossen Muskeln übermässig einsetzen. Dadurch entsteht Steifigkeit. Das kennen wir alle – die Faszien verlieren ihre Geschmeidigkeit, der Körper wird fest.

Mit CANTIENICA® Körper in Evolution entsteht dagegen Weite von innen heraus. Einerseits körperlich, andererseits auch als Gefühl von Sicherheit.

In der Nervensystemarbeit geht es letztlich immer um Sicherheit.

Ich arbeite viel mit der Polyvagal-Theorie. Für mich ist sie ein Schlüssel, wenn es darum geht, mit Stress umzugehen und resilienter zu werden.

Die entscheidende Frage lautet aber: Wie entsteht Sicherheit?

Dafür braucht es einerseits körperliche Erfahrung. Es braucht Übungen, die helfen, den eigenen Körper wieder bewusst wahrzunehmen: Wie stehe ich? Wie atme ich? Was geschieht gerade in mir?

Benita Cantieni:Ich finde, genau hier bringt unsere Körperarbeit einen echten Paradigmenwechsel.

Wenn heute von körperlicher Sicherheit gesprochen wird, orientieren sich viele Konzepte noch an klassischen Vorstellungen.

Ich habe vor Kurzem eine neue Gesangslehrerin kennengelernt. Gleich in der ersten Stunde sollte ich breitbeinig stehen, die Knie nach vorne schieben, mich erden und Wurzeln schlagen.

Ich fragte sie, weshalb.

Sie antwortete: «Für mehr Sicherheit.»

Ich sagte: «Meine Sicherheit entsteht aus der Aufspannung.»

Sie fragte zurück: «Was gibt dir denn Halt?»

Ich antwortete: «Die Schwerkraft.»

Sie schaute mich erstaunt an und sagte: «Aber die Schwerkraft drückt doch nach unten.»

Ich erklärte ihr: Für mich ist die Schwerkraft wie eine zweite Haut. Wie eine Matrix, die mich trägt. Sie hält meinen Kopf oben, ohne dass ich etwas festhalten oder anspannen muss.

Ich muss nichts tun – ich muss mich nur organisieren.

Ich schlug ihr vor, einmal zu versuchen, auf Wolken zu stehen.

Als ich das nächste Mal kam, sagte sie: «Ich habe es ausprobiert. Es stimmt. Ich stehe jetzt auch auf Wolken.»

Ich glaube, wir befinden uns mitten in einem Wandel – weg vom Bild des Wurzelns, hin zu einer aufgespannten Organisation des Körpers.

Manuela Bucher:Für mich bedeutet Sicherheit ebenfalls nicht, Wurzeln zu schlagen.

Sicherheit ist etwas sehr Persönliches. Jeder Mensch erlebt sie anders.

Ich kann Anregungen geben, wie man sie finden kann. Spüren muss sie jeder selbst.

Für mich entsteht Halt über die Füsse, über das Becken und über die Aufrichtung der Wirbelsäule.

Dort entsteht Aufspannung.

Der Halt liegt nie irgendwo ausserhalb von mir.

Er ist immer in mir selbst.

Benita Cantieni:Also wirklich unsere CANTIENICA®-Kettenreaktion: konsequent vom Boden bis zum Kronenpunkt. Für viele Menschen ist das nach wie vor neu.

Wenn ich hin und wieder eine klassische Yogastunde besuche – etwa in einem Spa oder während eines Retreats –, höre ich ständig: Erden, erden, erden.

Am Schluss sind alle entspannt. Vielleicht sogar etwas schlaff.

Manuela Bucher:Ja, das erlebe ich auch oft.

Benita Cantieni:Was ist eigentlich Soma Reset?

Manuela Bucher:Soma bedeutet Körper. Und Reset heisst für mich, wieder bei sich selbst anzukommen, sich neu auszurichten und dem Körper die Möglichkeit zu geben, sich neu zu organisieren.

So ist dieser Name entstanden. Er beschreibt mein Onlineprogramm, das gerade wächst und sich weiterentwickelt.

Ein Teil davon ist bereits online. Vieles entsteht noch. Ich probiere aus, beobachte, was funktioniert und was Menschen wirklich unterstützt. Es gibt bereits viele Angebote auf dem Markt. Deshalb ist es mir wichtig, meinen eigenen Weg zu finden.

Benita Cantieni:Wenn mich irgendwo jemand fragt: «Benita, was machst du heute eigentlich? Du bist doch nicht mehr Journalistin. Irgendetwas mit Beckenboden?»

…dann versuche ich, die CANTIENICA®-Methode möglichst einfach zu erklären.

Fast immer sagt dann jemand:

«Ach, das ist doch wie Yoga.»

Oder:

«Das machen wir im Pilates auch.»

Früher habe ich darauf geantwortet.

Heute lächle ich meistens einfach.

Was sagst du in solchen Situationen?

Manuela Bucher:Das kommt darauf an, wer fragt.

Mit dem Beckenboden einzusteigen, funktioniert oft gar nicht. Und wenn jemand sagt: «Das ist doch wie Pilates», merke ich, dass mich das inzwischen kaum noch weiterbringt.

Ich erkläre lieber, dass ich mit einer Methode arbeite, die Menschen mehr Klarheit, Kraft und Körperbewusstsein vermittelt.

Die Tiefenmuskulatur organisiert den Körper so, dass die grossen Muskeln loslassen können. Spannungen dürfen sich lösen. Gelenke bekommen mehr Freiheit.

Ich arbeite dabei oft mit einem Tensegrity-Modell.

Benita Cantieni:Für alle, die uns zuhören: Das ist ein Modell nach Buckminster Fuller.

Man sieht daran wunderbar, wie Zug und Druck zusammenwirken.

Manuela Bucher:Genau.

Vor Kurzem leitete ich einen Workshop in einem Unternehmen mit etwa dreissig Teilnehmenden. Niemand kannte CANTIENICA® Körper in Evolution.

Mit diesem Modell konnte ich sehr anschaulich zeigen, worum es geht.

Es macht sichtbar, dass Gelenke frei werden dürfen, dass Räume zwischen den Knochen entstehen und dass der Körper seine natürliche Organisation wiederfinden kann.

Von aussen wirkt das manchmal ganz einfach.

In der Praxis braucht es Geduld.

Ich stelle immer wieder fest, dass nicht alle Menschen sofort bereit für diese Art des Lernens sind.

Denn es geht weniger darum, etwas zu tun, sondern vielmehr darum, etwas zuzulassen.

Wir sind gewohnt, ständig etwas machen zu müssen.

Natürlich arbeiten wir auch kraftvoll. Aber oft beginnt alles damit, dem Körper Raum zu geben.

Die Atmung schafft Weite.

Und aus dieser Weite kann sich der Körper neu organisieren.

Benita Cantieni:Ja, genau so ist es.

Es gibt natürlich auch die andere Erfahrung – und das möchte ich allen Zuhörerinnen und Zuhörern mitgeben, die heute zum ersten Mal von CANTIENICA® Körper in Evolution hören.

Manche Menschen erleben schon in der ersten Lektion ein echtes Aha-Erlebnis. Sie fühlen sich grösser, leichter, entspannter oder plötzlich ganz neu im eigenen Körper. So, wie du es beschrieben hast: Die äussere Muskulatur darf loslassen.

Manuela Bucher:Ja, das erlebe ich ebenfalls immer wieder.

Schon beim Sitzen gibt es oft diese ersten Aha-Momente.

Viele Stühle sind schlicht zu tief. Deshalb nehme ich manchmal Yoga-Blöcke mit und zeige, wie sich Sitzen anfühlen kann, wenn der Körper besser organisiert ist.

Dann höre ich oft: «So fühlt sich Sitzen plötzlich leicht an.»

Und genau das freut mich. Die Menschen merken: Ich bin meinem Körper nicht ausgeliefert. Ich kann etwas verändern.

Um auf deine Frage zurückzukommen, wie ich meine Arbeit erkläre:

Ich hole meist etwas weiter aus. Es ist einfach unglaublich spannend, darüber zu sprechen, was diese Methode alles verändern kann.

Letztlich geht es darum, Druck aus dem Körper zu nehmen.

Und wenn der Druck im Körper nachlässt, verändert sich oft auch etwas im Kopf, im Denken und im ganzen Nervensystem.

Benita Cantieni:Mit so viel Begeisterung hoffe ich natürlich, dass viele nach diesem Podcast auf deine Homepage gehen und sich dein Angebot anschauen.

Ich finde es beeindruckend, wie viel du aus deiner Yoga-Ausbildung und der CANTIENICA®-Grundausbildung bereits entwickelt hast.

Es gibt Menschen, die eine Ausbildung absolvieren und sich danach kaum trauen zu unterrichten.

Deshalb habe ich die Praxiszeit eingeführt. Sie soll ermutigen, das Gelernte wirklich anzuwenden.

Manuela Bucher:Ganz ehrlich – bei mir war das am Anfang auch nicht anders.

Ich habe die CANTIENICA®-Grundausbildung 2020 abgeschlossen. Kurz darauf wurde ich Mutter, dann kam die Corona-Zeit, und plötzlich war alles anders.

Live-Unterricht war nicht mehr möglich. Für Online-Unterricht fühlte ich mich überhaupt nicht bereit.

Ich war frisch Mama, vieles war neu, und ich brauchte Zeit, bis ich den Mut fand, mich vor Menschen hinzustellen und zu unterrichten – online wie vor Ort.

Aber irgendwann beginnt man einfach.

Und dann merkt man: Es funktioniert.

Heute, fast fünf Jahre später, freue ich mich darauf, die nächste Ausbildungsstufe zu besuchen.

In der Grundausbildung gibt es so unglaublich viel zu entdecken. Und jetzt freue ich mich darauf, noch tiefer einzutauchen.

Benita Cantieni:Das freut mich natürlich ganz besonders.

Jetzt beschäftigen wir uns gemeinsam mit Wirbeln, Bandscheiben und all den faszinierenden Zusammenhängen im Körper.

Und ich wünsche dir viele Menschen – für den Alltag und die Berge.

Zu mir dürfen sie gern für den Alltag und das Meer kommen.

Hauptsache, sie kommen in Bewegung.

Manuela Bucher:Genau. Das wünsche ich mir auch.

Benita Cantieni:Liebe Manuela, ich danke dir herzlich für dieses schöne Gespräch.

Manuela Bucher:Danke dir, Benita. Es hat mich sehr gefreut.

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