Arthrose verstehen: OP oder Therapie, und was Bewegung wirklich bringt, mit Dr. Anke Sedlmaier

Shownotes

Gesunde Gelenke, klare Aufklärung: Dr. med. Anke Sedlaer im Gespräch über Arthrose, Endoprothesen und selbstwirksame Bewegung

In dieser Episode spricht Benita Cantieni mit der Ärztin und Bewegungstherapeutin Dr. med. Anke Sedlmaier über Arthrose, künstliche Gelenke, medizinische Routinen und die Frage, warum Operationen oft so früh empfohlen werden. Sie beleuchten gemeinsam, wie stark Haltung, Lebensstil, Ernährung und Bewegung den Verlauf von Arthrose beeinflussen – und warum konservative Therapien oft zu wenig ausgeschöpft werden.

Anke Sedlmaier erklärt, wie es in der klassischen orthopädischen Ausbildung zu einem primär chirurgischen Blick kommt und weshalb Deutschland und die Schweiz international Spitzenreiter bei Endoprothesen sind. Sie beschreibt, warum viele Menschen vorschnell operiert werden, welche Rolle Angst und Diagnosen spielen und weshalb die eigentliche Chance in der eigenen Selbstwirksamkeit liegt: Bewegung, Haltung, gezielte Mobilisation und der Mut, Verantwortung für den eigenen Körper zu übernehmen.

Im Gespräch geht es um konservative Behandlungsmöglichkeiten, metabolische Faktoren der Arthrose, entzündungsarme Ernährung und die zentrale Bedeutung von guter Bewegung. Beide sprechen darüber, wie sich Knochen, Knorpel, Muskeln, Faszien und Gelenkkapseln verändern, wenn man regelmäßig trainiert – und warum sitzenbleiben keine Option ist.

Ein tiefes, ehrliches und ermutigendes Gespräch über Aufrichtung, Prävention, Rehabilitation und die Freude daran, den Körper zurückzuerobern.

Über Dr. med. Anke Sedlmaier

Anke Sedlmaier, 50, verbindet medizinische Expertise mit Bewegungstherapie und arbeitet heute ganzheitlich mit Yogatherapie, Spiraldynamik® und CANTIENICA®-Körper in Evolution.

In ihrer privatärztlichen Tätigkeit in Berlin und in einer orthopädischen Praxis begleitet sie Menschen dabei, ihre Gelenkgesundheit aktiv in die eigene Hand zu nehmen – jenseits reiner Routine-Diagnosen und vorschneller Operationsempfehlungen.

Ihr Ansatz: klare Aufklärung, präzise Körperarbeit, selbstwirksame Bewegung und nachhaltige Prävention.

Dr. med. Anke Sedlmaier Helgolandstraße 1, 14199 Berlin Website: https://yoga-med.berlin

CANTIENICA® Körper in Evolution ist anatomisch präzises Training für Aufrichtung, Kraft und Schmerzfreiheit – von innen nach außen. Du lernst, deinen Körper so zu bewegen, wie er von Natur aus gedacht ist: effizient, leicht und kraftvoll. Dein Körper versteht schnell, was ihm guttut – und antwortet mit Leichtigkeit.

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00:00:21: Hallo, Anke.

00:00:22: Hallo, liebe Benita.

00:00:24: Schön, dich zu sehen.

00:00:25: Schön,

00:00:25: dich zu sehen.

00:00:27: Vor Bemerkung, ich bin froh und dankbar, dass es die moderne Chirurgie gibt.

00:00:35: Und ich kenne Menschen, die waren nach Unfällen und Krankheiten, sind die angewiesen auf künstliche Gelenke-Gelenkteile.

00:00:50: Und trotzdem, du weißt, ich bin fünfundsiebzig, Mir scheinen Prothesen im Moment eine Art Statt-Symbol zu sein.

00:00:59: Jeder Golfer, den ich kenne, hat mindestens einen Hüftgelenk und ein Knie ersetzt.

00:01:05: Und dann tun alle so, als ob es das Natürlichste der Welt sei, alle glauben es sei eine Routine-Operation.

00:01:12: Und ich finde, keinen dieser operierten Freunde fitter als mich.

00:01:21: Ich muss den acht Jahre jüngeren Freund stützen.

00:01:26: Wenn wir so ein bisschen bergauf gehen, sehe ich das falsch?

00:01:31: Oder ist das so?

00:01:34: Das ist eine gute und wichtige Frage, liebe Benita, wenn ich dir so zuhörere.

00:01:39: muss ich direkt an Jane Fonda denken.

00:01:43: Von der ich vor einigen Jahren ein Interview gelesen habe und hat sie gesagt, sie hat mehr Metall im Körper, sie hat auch einige künstliche Gelenke und sie hat mehr Metall im Körper als Bionic Woman.

00:01:53: Vielleicht kennst du den Film oder die Serie.

00:01:57: Und was mir dazu einfällt...

00:01:59: Das ist das Argument für Gantjenica-Training, wenn die Leute zu großen Bewegungen nicht aerobics.

00:02:09: Jane Fonda ist ein Ersatzteillager.

00:02:12: Abgesehen davon, ich finde sie eine großartige Persönlichkeit.

00:02:17: Ja, unbedingt.

00:02:20: Ich denke, was sie da sagt und das so locker zu nehmen, das ist, glaube ich, auch so ein bisschen der Versuch, das eigene Schicksal mit Humor zu nehmen.

00:02:29: Und das ist ja primär auch einfach total okay.

00:02:33: deckt sich auch so ein bisschen mit dem üblichen Humor, wie ich ihn kenne, von tätigen Orthopänen, der durchaus auch ganz sympathisch ist.

00:02:41: So, da heißt das nicht, das künstliche Gelenk oder die Totalendoprothese, das ist ja auch gleich so ein sperriges Wort, sondern da wird einem das ein bisschen freundlicher verkauft als das neue Gelenk.

00:02:54: und schon allein der Begriff Neu, der lässt ja so impliziert, dass das einfach was Gutes ist, was Neu ist, so dass auch Man sich insgesamt vielleicht auch wieder jünger und irgendwie erneuert fühlt.

00:03:07: Und gern wird das auch die Titan-Hüfte genannt.

00:03:11: Und allein diese Wertigkeit des Materials, also künstliche Hüfte oder Kniegelenke sind nicht vollständig aus Titan.

00:03:19: Und dennoch allein die Wertigkeit des Materials, das verleitet einen möglicherweise dazu, damit auch so ein bisschen zu prallen.

00:03:29: Und gleichzeitig steckt dahinter ja eine ganz ernsthafte Frage, über die es super sinnvoll ist, zu reden, nämlich die Frage, warum operieren wir eigentlich so schnell?

00:03:41: Und wenn man sich das im internationalen Vergleich anschaut, dann ist das so, dass Deutschland und die Schweiz tatsächlich Spitzenreiter sind im Einbau von Hüftgelenksendopothesen im internationalen Vergleich.

00:03:55: Und das ist sicher sinnvoll, dahin zu schauen, warum ist das so?

00:03:59: Ich glaube nicht, dass das ausschließlich daran liegt, dass in Australien oder Neuseeland zum Beispiel die Menschen weniger Atrosebeschwerden haben, sondern da wird es sicher auch noch andere Gründe geben.

00:04:13: Und ich glaube, dass das ganz viel damit zu tun hat, wie wir sozialisiert sind, wie wir auch gerade im medizinischen Bereich sozialisiert sind.

00:04:24: und vielleicht auch ein bisschen damit, wie die Ausbildung in der Orthopädie so vonstatten geht.

00:04:31: Was ich also denke oder beobachte, und das geht dir sicher ähnlich, ist, dass wenn jemand Schmerzen hat, der also erst mal zum Arzt eht, was zumindest in Deutschland auch Standard so ist.

00:04:44: Also es gibt keinen direkten Zugang zu einem Physiotherapeuten.

00:04:48: am Arzt vorbei.

00:04:50: Man geht also erst mal zu einem Arzt mit den Beschwerden, der macht dann unter Umständen Diagnostik, der macht vielleicht ein Röntgenbild, stellt fest, oh, da sind aber degenerative Veränderungen und wenn diese degenerativen Veränderungen über das altersübliche Maß hinausgehen, dann würde er das Arthrose nennen.

00:05:09: Und jetzt passieren zwei Dinge.

00:05:11: Spannende Formulierung.

00:05:13: Ja, jetzt passieren zwei Dinge in meiner Erfahrung.

00:05:16: Die eine Sache ist die, dass die Orthopädie... insbesondere nachdem sie zumindest in Deutschland mit der Unfallchirurgie zusammengefügt wurde, ein primär operatives Fach ist.

00:05:27: Das heißt, ein Großteil der Ausbildung findet im Krankenhaus statt auf einer orthopedisch-chirurgischen, orthopedisch-unfallchirurgischen Operation, wo die Assistenzärzte einfach sehr viele Operationen sehen, sehr viele auch.

00:05:42: Total endoprothesen Implantationen sehen sowohl im OP als auch die Patienten und WSD nachher auf der Station geht.

00:05:49: Das heißt, Sie sehen das viel häufiger und haben das in Ihrem Leben viel häufiger gesehen als der Patient, der jetzt gerade vor Ihnen sitzt und der zum ersten Mal mit dieser Diagnose Atrose konfrontiert wird.

00:06:03: Und wenn man daran so gewöhnt ist und wenn man das auch oft gesehen hat, auch in seiner Ausbildung schon, wie Menschen, die jahrelang Schmerzen hatten und einfach eine starke Leidensgeschichte hinter sich haben, dann dankbar und glücklich über den Krankenhausflur gehen, weil sie ein künstliches Gelenk implantiert bekommen haben, dann hinterlässt das natürlich Eindruck.

00:06:25: Und mir geht das so wie dir.

00:06:26: Du hast das ganz am Anfang schon gesagt.

00:06:29: Das ist ein großer Segen auch aus meinem Blickwinkel, dass wir diesen technischen und medizinischen Fortschritt erhoben haben, dass es solche Totalendoprothesen gibt.

00:06:42: Aber wenn wir das festhalten, wir sagen also, der Orthopäde hat eine primär chirurgische Ausbildung genossen, der weiß also, wie das geht, solche Prothesen zu implantieren.

00:06:51: Ich stelle mir das auch rasend spannend vor.

00:06:53: Total.

00:06:54: Du kennst ja beides.

00:06:56: Du wirst mir das wahrscheinlich bestätigen.

00:06:59: Es ist super spannend.

00:07:00: Es ist super spannend.

00:07:01: Das macht auch Spaß, im OP zu stehen.

00:07:03: Und es ist einfach toll.

00:07:04: Es ist eine große Genugtuung als Operateur, am nächsten Tag zu den Patienten zu gehen.

00:07:09: Und der Mensch ist dankbar, weil sie wirklich, also atrose Patienten haben ganz schnell nach der Operation deutlich weniger Schmerzen, als sie es vor der Operation hatten.

00:07:19: Und das ist natürlich einfach ein... So ein Gefühl, dass unter Umständen in dem Orthopäden, auch wenn er dann in die Niederlassung geht, auch wenn er dann selber nicht mehr chirurgisch tätig ist, unter Umständen einfach bleibt.

00:07:34: Und so dass die Hemmschwelle für den Operateur, für den Orthopäden eine Operation zu empfehlen unter Umständen viel geringer ist, als diese Hemmschwelle für den Patienten oder als Die Dringlichkeit, wie das bei den Patienten ankommt und auch das Gefühl der Angst, dass da hochkommt, dass möglicherweise ein Körperteil nicht mehr so gut funktioniert und dass der Orthopäde empfiehlt, dass das ersetzt werden sollte.

00:08:00: Du gehst ja einen anderen Weg.

00:08:03: Richtig.

00:08:04: Ich gehe einen anderen Weg mittlerweile.

00:08:06: Du kennst auch meine Geschichte.

00:08:08: Die schwere Hüftgelenkart Rose stand am Anfang der Entwicklung meiner Methode.

00:08:15: Heute bin ich mit dem Schmerz frei und mache den Spagat.

00:08:21: Wie kommst du?

00:08:22: Wie geht dein Weg?

00:08:25: Ohne den Rahmen zu sprengen, weil ich da natürlich auch sehr lange darüber sprechen könnte.

00:08:31: Es ist so, dass es mir in meiner Ausbildung durchaus auch aufgefallen ist, dass die Ausbildung und der Blick auf den Menschen relativ begrenzt ist.

00:08:43: Wir haben in der Medizin lange Zeit einen sehr mechanistischen Blick auf den Menschen gehabt.

00:08:55: Es gab immer mehr Spezialisierungen.

00:08:58: Die einzelnen Fachgebiete haben sich immer mehr spezialisiert und wir haben immer genauer auf die einzelnen Organe geschaut.

00:09:06: Sowohl was die Gelenke angeht als auch was zum Beispiel Bauchorgane oder das Herz-Kreislauf-System oder so angeht.

00:09:14: So dass insgesamt der Eindruck entstehen kann, ein Problem im Gelenk wäre tatsächlich nur ein Problem in diesem einen Gelenk.

00:09:23: Und sonst nirgendwo.

00:09:23: Ein Problem im Hüftgelenk wäre tatsächlich nur das Problem im Hüftgelenk.

00:09:28: Und nicht im übrigen Körper sowohl was die Haltung angeht, als was das Bewegungsverhalten des Menschen angeht, als auch was seinen sonstigen Lebensstil angeht.

00:09:38: Da sind wir heute Heute schon viel schlauer als wir das noch vor einigen Jahren waren.

00:09:42: Heute mittlerweile wissen wir, dass Arthrose auch eine große metabolische Komponente hat.

00:09:50: Und du machst natürlich auch täglich die Erfahrung, dass das nicht nur die metabolische Komponente hat, sondern dass das eben auch was mit der Haltung des Menschen im ganzen Körper zu tun hat.

00:10:00: Von all diesen Dingen habe ich damals nichts geahnt, als ich noch Assistenzärztin in der Orthopädie war.

00:10:07: Und doch gleichzeitig hatte ich das Gefühl, alleine durch operative Eingriffe, den Menschen nicht vollständig gerecht zu werden.

00:10:16: So, das war das Gefühl, das bei mir blieb.

00:10:19: das Gefühl, es gibt so eine Art Missing Link, den ich noch nicht kenne.

00:10:25: Erstens und zweitens, für den ich unter Umständen in diesem System auch gar nicht die Zeit hätte, das umzusetzen.

00:10:31: Also ich kann nur vom deutschen Medizinsystem sprechen.

00:10:35: Ich kann nur davon sprechen, wie das in dem Krankenhaus war, in dem ich gearbeitet habe.

00:10:39: Ich habe da gerne gearbeitet.

00:10:40: Das hat viel Spaß gemacht.

00:10:41: Ich habe sehr viel gelernt und Ich war wahnsinnig unter Zeitdruck und hatte immer das Gefühl, ich kann hier eigentlich keinem gerecht werden.

00:10:49: Ich kann den Patienten nicht gerecht werden, ich kann die Abteilung nicht gerecht werden, ich kann mir nicht gerecht werden.

00:10:53: Ich hatte ununterbrochen die Hand auf der Tür klinke, so im Gedanken, in Gedanken bei den vielen Dingen, die ich noch zu erledigen habe.

00:11:01: Und so ist das bei mir zusammen mit einigen anderen.

00:11:06: Umständen, die in meinem Leben noch aufgetreten sind, eben ein Grund gewesen, warum ich mich entschieden habe, diesen anderen Weg einzuschlagen und mich mehr damit zu beschäftigen, was uns noch möglich ist, um Menschen zu helfen, wenn sie Beschwerden im Bewegungsapparat haben.

00:11:24: Nicht nur im Bewegungsapparat, aber das ist heute unser Thema.

00:11:28: Du kombinierst medizinisches Yoga, Spiraldynamik, ganz Jenika, was noch?

00:11:36: Das ist es im Grunde.

00:11:38: Und wie entscheidest

00:11:40: du, was angemessen ist?

00:11:43: Ich hätte da noch eine Zwischenfrage.

00:11:46: Ich empfehle Menschen, wenn sie wirklich entschlossen sind, sich operieren und sich noch ein bisschen Zeit zu lassen.

00:11:52: und die Haltung zu sanieren, das Becken auszurichten, die Beckenhälften zu mobilisieren.

00:11:59: Kreuzbein, jetzt Hüftgelenke.

00:12:01: Knie ähnlich, Sprunggelenk ähnlich, Schultern wird halt dann oben ausgerichtet, damit sie fitter sind für die Operation und sich nachher viel schneller erholen.

00:12:13: Ist das Druckschluss?

00:12:16: Schwindel ich mir da in die eigene Tasche?

00:12:18: oder würdest du das bestätigen?

00:12:20: Das würde ich unbedingt bestätigen und das ist auf das, was ich beinahe eigentlich wirklich auch die meisten Orthopäden bestätigen, nicht zu warten, nicht untätig zu bleiben sozusagen, um dann irgendwann passiv diese Operation anzunehmen, sondern... absolut vorher die Beweglichkeit üben, auch die Kraft üben, die Mobilität, die Geschmeidigkeit in den Gelenken, um anschließend fitter zu sein für den Aufbau nach der Operation unbedingt.

00:12:53: Okay, ich hatte dich unterbrochen.

00:12:56: Wie findest du heraus, was der Mensch braucht oder wie du ihn erreichen kannst, für selbsttätig zu werden?

00:13:06: Es ist ein Prozess.

00:13:07: Also mittlerweile arbeite ich ja sowohl in einer kleinen privatärztlichen Praxis, in der ich das anbiete, was wir eben besprochen haben.

00:13:16: Also ich nenne das jetzt einfach mal Bewegungstherapie.

00:13:19: Ich arbeite aber auch einige Male, also zwei bis dreimal in einer Woche in einer orthopedischen Praxis.

00:13:25: Das ist eine ganz normale, kassenärztliche, orthopedische Praxis, in der die Patienten relativ zügig einbestellt sind.

00:13:35: Den Blick würde ich sagen, habe für beide Seiten.

00:13:39: Wenn ich körpertherapeutisch mit den Menschen arbeite, dann schaue ich, das sind ja jetzt erstmal so drei verschiedene Konzepte, Spiraldynamik, Kantjeniger und Jugatherapie.

00:13:50: Und gleichzeitig haben sie alle drei gemeinsam, dass sie mit dem menschlichen Körper arbeiten.

00:13:57: Also, dass ich das auch gar nicht so gerne mag, da so die Grenzen strikt zu trennen.

00:14:02: Wobei mir vollkommen klar ist, dass die einzelnen Methoden eben schon auch besondere Vorteile haben, wenn es um bestimmte Dinge geht.

00:14:13: Jetzt erstmal, wenn jemand zu mir kommt, dann differenzier ich schon.

00:14:17: Möchte der jetzt gerne Spiraldynamik?

00:14:19: Möchte der gerne Kantjeniger?

00:14:21: Möchte er gerne Yoga haben?

00:14:22: Einige Menschen, die zu mir kommen, kommen nicht und sagen, ich habe eine Arthrose und ich wünsche mir, dass sie mir helfen, sondern ich möchte gerne die Kantjenigamethode ausprobieren.

00:14:33: Und dann bleibe ich auch bei der Kantjenigamethode und finde das einfach auch gut, da so klar zu sein in der Begrifflichkeit und auch so klar zu sein in der

00:14:42: Trennung.

00:14:45: Und

00:14:45: gleichzeitig, wie gesagt, ist das ja so, dass wir uns mit dem menschlichen Körper beschäftigen.

00:14:54: Und es einfach darum geht, die Wahrnehmung zu Schulen, die Sensibilität zu Schulen, die Beweglichkeit und auch die Kraft zu fördern, genauso wie Verspannungen an Punkten zu lösen, an denen starke Verspannungen sind.

00:15:09: Und da ist es natürlich so, dass ich mit der Zeit auch mitbekomme, wo haben die einzelnen Methoden ihrer Stärken.

00:15:16: Darf ich kurz rein?

00:15:21: Meine Erfahrung ist, dass Menschen in Not, wenn da eine Diagnose ist, Koksatrose, weiß der Kuckuck, was für ein Stadium, das Einsteigen in die Gantjenigermethode eine Herausforderung ist für viele Menschen.

00:15:38: Dass die dann quick fix, die kommen dann zu mir und ich habe dann das Gefühl, wie habe ich mir diesen Ruf erarbeitet, irgendwie den quick fix zu haben für den absoluten Notfall.

00:15:51: Du weißt das auch.

00:15:52: Wir können, wenn jemand mitmacht und keine Opferhaltung hat, von mir aus ein entscheidender Punkt, können wir schmerzfreie Inseln schaffen.

00:16:04: Die sind dann nicht dauerhaft.

00:16:07: Dafür muss der Mensch arbeiten.

00:16:09: Bestätigst du das?

00:16:10: Und was empfiehlst du im absoluten Notfall?

00:16:17: Also ich glaube, das was du da beschreibst, das ist das größte Problem in unserem Setting.

00:16:22: Also das ist letztlich und das ist im Grunde auch das größte Problem der konservativen Arthrosebehandlung, das könnte man so sagen.

00:16:29: Das ist letztlich nur darum geht, dass wir die Menschen sind, wir Therapeuten, die Menschen sind, die Handlungsoptionen aufzeigen können, die Übungen zeigen können, die Handlungs- und Haltungsalternativen zeigen können, aber auf den Weg machen muss der Mensch sich alleine.

00:16:47: Und gerade in so einem Setting der Einzelstunden ist das natürlich so, dass ich den Menschen für eine oder vielleicht auch mal eineinhalb oder zwei Stunden sehe, aber dann geht es darum, dass er das in seinem Alltag umsetzt.

00:16:59: Und da ist das natürlich einfach auch ein großer Vorteil, dass es Bewegungskurse gibt, wie zum Beispiel Kantjenikerkurse, zu denen man zusätzlich gehen kann, um das einfach präsent zu halten, um das regelmäßig zu üben.

00:17:14: Und um das im Körper wirklich aufzufinden, wovon da die Rede ist, aber das tatsächlich aus meiner Sicht ist der größte und wichtigste Punkt, dass jeder mit einer Erkrankung, egal welcher Erkrankung das ist, aber natürlich trifft das auch für Atrose zu, dass man ins Handeln kommen muss und einsehen muss, es geht.

00:17:33: Darum, dass ich etwas tue und das mag unter Umständen erstmal klingen wie eine Birde und gleichzeitig hält es das große Geschenk der Selbstwirksamkeit bereit.

00:17:47: Man weiß heute, dass dieser Faktor der Selbstwirksamkeit

00:17:50: und

00:17:50: auch der Faktor der Zuversicht.

00:17:52: Ich kann etwas tun.

00:17:54: Ich bin dem nicht hilflos ausgeliefert.

00:17:56: Ein wahnsinnig großen, eben auch über den reinkörperlichen Effekt hinaus wirkenden, positiven Effekt auf den Verlauf von Erkrankungenheit.

00:18:10: Und auch der Psychikutut?

00:18:12: Wenn ich meine Schmerzen selbst managen kann, ich finde es die größte Freiheit.

00:18:18: Wir bringen die Leute dazu, Prävention ärmster zu nehmen.

00:18:22: Sich nicht so schnell sagen zu lassen, ist eine Routine-Operation.

00:18:28: Du kennst meine Meinung dazu.

00:18:29: Ich sage, es kann gar keine Routine-Operation geben, weil jeder Mensch einmalig ist.

00:18:35: Jeder Mensch ist neu für den Operateur und wenn er gut ist, geht er auf meine Individualität ein.

00:18:42: Und wenn er nicht gut ist, schneidet er das Kunstgelenk auch einfach so.

00:18:47: Null acht, fünfzehn rein.

00:18:49: Warum?

00:18:50: Ich weiß, Prävention ist nicht wirklich beweisbar.

00:18:56: Wie könnte man die Leute dazu bringen?

00:18:58: Weißt du, ich erlebe das jetzt, dass die Leute mir sagen, du kennst meine Geschichte, ich hatte keinen guten Start und habe erst mit sieben um vierzig entdeckt, dass ich in einem Wunder lebe.

00:19:11: Und die Leute sagen mir, einfach kalt, schneut sich ins Gesicht, ja, du hast gute Gene, du hast einfach Glück.

00:19:17: Und begreifen nicht selbst gute Freunde, bringe ich nicht dazu, zu verstehen, dass dieses Ernst nehmen, Disziplin aufbringen, manchmal stinkt es auch mir.

00:19:30: Dann zwing ich mich zu trainieren, weil ich weiß, wie gut ich mich hinterher fühle.

00:19:35: Einfach, ich finde das in meiner Altersgruppe Boomer.

00:19:39: Wir werden noch eine viel größere Schicht.

00:19:42: Ich habe neulich zu jemandem gesagt wegen... Es ging um die Klage über Pflege, dass viel zu wenig Personal da ist und ich sage ja, trainiere dich doch selbst, warte deinen Körper besser, dann brauchst du später Pflege, weniger Pflege.

00:19:58: und ich wurde an diesem Anlass so richtig zur Schnecke gemacht.

00:20:04: Und ich grinste einfach.

00:20:06: und wie können wir die Leute gewinnen?

00:20:10: Wahrscheinlich nicht mit so einer Tierade.

00:20:13: Du weißt, in der Arbeit sind wir geduldig und liebevoll.

00:20:19: Ja, ich glaube, wir können sie damit erreichen.

00:20:22: Also ich glaube, dass auch das wieder komplex ist.

00:20:25: Also wenn jemand vom Arzt kommt und sagen wir, der hatte Schmerzen in der Hüfte und er hat eigentlich mit gar nichts Schlimmungen gerechnet.

00:20:34: Und es wurde ein Röntgenbild gemacht und der Arzt hat im Anschluss gesagt, das ist eine fortgeschrittene Atrose.

00:20:40: Ich gebe ihn zwei Jahre, bis sie auf dem Tisch liegen und in der totalen Endeprothese bekommen.

00:20:49: Und das ist was, was ich immer wieder erlebe, dass diese Menschen im Anschluss dann zu mir kommen.

00:20:54: Dann ist das natürlich auch einfach... Aufklärungsarbeit, die man da leisten muss, weil das natürlich so ist, wenn da jemand im weißen Kittel mit viel Erfahrung dir sowas sagt.

00:21:12: Und ich weiß auch, wie sich das anfühlt, zum Arzt zu gehen und eine Diagnose zu bekommen, mit der man nicht gerechnet hat.

00:21:18: Ich weiß auch, dass das ein allgemeines Verunsicherungsgefühl auslöst, dass man Angst bekommt.

00:21:24: Und gleichzeitig ist es eben so, dass, wenn wir uns die Fakten anschauen, dann sehen wir, dass nur etwa fünfzig Prozent aller Menschen mit atrotischen Veränderungen in ihrem Gelenkschmerzen haben.

00:21:38: Und das ist eine Seite, die einem kaum jemand erzählt, die kaum jemand weiß.

00:21:42: Also wir Orthopäden, wir sehen auch immer wieder in der täglichen Praxis Menschen, die starke degenerative Veränderungen in den Gelenken haben.

00:21:50: Wir sehen das als zufallsbefund und die Menschen haben keine Beschwerden.

00:21:54: Es

00:21:55: ist einfach klar, es muss eine zweite Komponente geben, die dazu führt, dass die Menschen Schmerzen haben.

00:22:01: Und diese zweite Komponente ist eben eine ganz, ganzheitliche Komponente.

00:22:05: Da geht es darum, dass wir auch Einfluss darauf haben, ob wir Schmerzen haben oder nicht.

00:22:10: Nicht alle Menschen, es gibt auch einen großen genetischen Anteil in Atrose.

00:22:13: Und gleichzeitig, in vielen Fällen haben wir einen großen Einfluss.

00:22:18: Und dieser große Einfluss besteht zum Beispiel in der Ernährung, in entzündungsarme Ernährung, mit durch die wir einfach einen großen Einfluss... darauf haben, wie die Entzündungswerte in unserem Körper sind.

00:22:29: Und da geht es jetzt nicht um Entzündungswerte, die der Haus als rotinemäßig abnimmt.

00:22:33: Also es geht nicht um ein Blutbild oder ähnliches, sondern es sind Entzündungswerte, die... Bei metabolischen Erkrankungen, wie zum Beispiel dem Diabetes mellitus oder auch dem Bluthochdruck und ähnlichen Erkrankungen in unserem Blut fließen und die in Einfluss darauf haben.

00:22:49: Darf ich als Laie fragen, beeinflusst das den Zustand der Knochenhaut, der Knapel und der Knapelflüssigkeit?

00:22:59: Ja.

00:23:00: Genau, dazu wollte ich auch gerne kommen.

00:23:03: Also das einmal im Hinterkopf behalten, das ist eine ganzheitliche Erkrankung und wir haben die Möglichkeit, ganzheitlich darauf zu reagieren.

00:23:13: Und das zweite, und das halte ich für wahnsinnig wichtig, und das ist die Möglichkeit, die wir als Therapeuten, aber auch wir als Trainer und als Leiter von Präventionskursen haben, ist die Tatsache, die Menschen darüber aufzuklären, wie wichtig Bewegung ist.

00:23:30: Und das ist, ich würde sagen, so das Herzstück meines Anliegens.

00:23:35: Der ganze Körper, jedes Gewebe im menschlichen Körper, die Muskeln, die Faszien, die Nerven, aber eben auch die Knochen und insbesondere der Knorpel brauchen Bewegung, um gut zu funktionieren.

00:23:50: Ich möchte da einfügen, gute Bewegung.

00:23:53: Ja.

00:23:54: Weißt du, ich habe den Marathonläufer mit zwei Kunstknieren, der sich beklagt, jetzt hat er doch alles richtig gemacht.

00:24:02: Und ich sage, du hast Kilometer abgespult, in einer bestimmten Zeit, du hast nie auf die Qualität geachtet.

00:24:08: Würdest du mir beistimmen?

00:24:10: Bewegung ist schon besser als nichts.

00:24:14: Gute Bewegung ist besser.

00:24:16: Unbedingt.

00:24:19: Unbedingt.

00:24:19: Dem ist nichts hinzuzufügen.

00:24:20: und dabei finden wir uns.

00:24:23: auch mitten in einer orthopedischen Sprechstunde, in der das natürlich häufig vorkommt, dass Menschen sich entweder überlastet haben oder falsch belastet haben oder gleich beides gleichzeitig und aufgrund dessen Beschwerden entwickeln.

00:24:39: Ich habe noch eine Anschlussfrage.

00:24:41: Nach

00:24:42: der

00:24:42: Operation sagt ja der diensthabende Operateur relativ schnell.

00:24:50: Operation gelungen, alles gut.

00:24:52: Und die Leute hören das gerne.

00:24:55: Und ich hab einige Menschen bei mir.

00:24:58: Es gibt eine Frau, die hat zweimal eine Sepsis entwickelt, hat auf einer Seite das dritte Hüftgelenk und auf der anderen eines.

00:25:06: Und die kommt regelmäßig wie eine Uhr jede Woche einmal.

00:25:11: Und die Fortschritte sind gigantisch.

00:25:13: Also so, dass sie mich ... Erstaunen.

00:25:17: Gibt's auch eine hübsche kleine Episode?

00:25:19: Ich sag, eines Tages sag ich, Frau G., Wahnsinn, wie haben Sie das erreicht?

00:25:25: Und dann schaut sie mich an und sagt, Sie haben es mir zugetraut.

00:25:29: Also, das ist dieses, was du ja auch machst, dieses positive Begeistern für den eigenen Körper.

00:25:39: Werden die Menschen zu schnell?

00:25:43: aus Rehab entlassen.

00:25:45: Das ist meine Erfahrung.

00:25:47: Dass ich dann sage, jetzt musst du dein weiteres Volagieren in die eigenen Hände nehmen und diese qualitativ gute Bewegung selber installieren.

00:25:57: Egal ob Yoga, Spiraldynamik ist Therapie, keine fortlaufende Geschichte.

00:26:05: Natürlich empfehle ich ganz Jenika.

00:26:07: Aber würdest du das generell unterschreiben?

00:26:13: Ich frage nochmal, deine konkrete Frage ist, werden die Menschen zu schnell aus der postoperativen Rehabilitation entlassen?

00:26:22: Ja.

00:26:22: Also weißt du, die Reha findet so lange statt, wie die Krankenkassen das bezahlen.

00:26:29: Also die Frage ist einfach und das betrifft allgemein nicht nur die postoperative Rehabilitation, sondern auch die Krankengymnastik, die vor einer eventuellen Operation stattfindet.

00:26:41: oder die Krankengymnastik, die stattfindet, um eine Operation zu vermeiden oder der Bewegungskurs, in die ich gehe oder die kantienige Einzelstunde, zu der ich gehe, um sozusagen daran zu arbeiten.

00:26:54: Es betrifft alle diese Bewegungsarten.

00:26:57: Es geht darum, das zu implementieren im eigenen Körper und leider hinnehmen zu müssen, das unter Umständen, das auch dann nicht weiter von der Krankenkasse bezahlen

00:27:09: wird.

00:27:10: Du sagst leider, ich sag woher kommt der Geiz sich selbst gegenüber.

00:27:15: Absolut.

00:27:16: Warum ist das Auto wichtiger, der Urlaub wichtiger?

00:27:19: Das Designer, die Designerjacke.

00:27:22: Der Frischlögerin.

00:27:23: Ja, das ist Fingernägel.

00:27:26: Und nach der Pandemie hat sich das aus meiner Erfahrung extrem intensiviert.

00:27:32: Die Leute möchten nichts mehr aus der Tasche zahlen.

00:27:35: Es gibt ja diesen ... diese Regierung, diese bunte, einfach eine Gelddruckerei hat, in der Schweiz genauso wie in Deutschland.

00:27:45: Und ich, auch da setze ich mich oft in Diskussionen, in die Nesseln, dass ich sage, woher kommt dein Geiz?

00:27:52: Grad hast du mir geschildert, neues Auto, Superreise, nehmen die lustige Werbung, eigenes Boot, neue Geliebte.

00:28:01: Warum bist du deinem Körper gegenüber so geizig?

00:28:06: weil es ist eine der ganz wenigen Investitionen, auf die du hundert Prozent Return hast.

00:28:18: Ja, ich würde sagen, das liegt daran, wie wir in Sachen Gesundheit sozialisiert sind.

00:28:24: Wir sind es gewöhnt, dass Gesundheitsleistungen bezahlt werden und wir sind es gewissermaßen auch gewöhnt, dass nicht wir diejenigen sind, die aktiv werden müssen.

00:28:35: Ich habe einen Bluthochdruck, ich gehe zum Arzt, dieser Arzttermin wird von der Krankenkasse bezahlt, was natürlich auch total

00:28:41: gut ist

00:28:42: und ich bekomme dort ein Blutdruckmedikament.

00:28:46: Ich habe ein schmerzenes Gelenk, ich gehe damit zum Arzt, der Arzt sagt mir, was ich damit habe und er verschreibt mir Einlagen oder eine Bandage für das Gelenk oder Massagen.

00:28:59: Oder, wenn es richtig gut läuft, auch Krankengymnastik, in der ich dann lerne, selbst aktiv zu werden.

00:29:05: Und es geht letztlich darum, nicht diese sechs Krankengymnastiktermine wahrzunehmen, die ich da möglicherweise verschrieben bekomme, sondern es geht darum, selbst zu handeln in die Übungen, die ich dort bekommen habe, selber umzusetzen.

00:29:18: und idealerweise mir zusätzlich weitere Optionen zu suchen, wo ich lerne, wie ich mich sinnvoll bewegen kann und meinen Gelenken

00:29:25: was Gutes tun kann.

00:29:27: Und wenn du das als Ärztin sagst, hat es wahrscheinlich mehr Gewicht als ich, als Leihin und Quereinsteigerin.

00:29:35: Ich lerne auch, das zu akzeptieren, dass das nicht für jeden Menschen gleich so gelten muss.

00:29:41: Also jeder Mensch ist seines Eigenes.

00:29:44: Lebens- und Glückes-Schmied, letztlich muss jeder für sich selbst entscheiden, wie er damit umgehen möchte.

00:29:55: Und gleichzeitig mache ich eben die Erfahrungen im Umgang mit meinen Patienten, dass das ein wahnsinnig großes Glück ist, sich den Körper so zurückzuaubern, nicht nur auf Ebene des Kniegelängs, sondern weit darüber hinaus.

00:30:11: Du hast dich ja viel auch mit dem Thema Embediment zum Beispiel beschäftigt.

00:30:18: Es hat einfach so viele Auswirkungen auf das ganze System, wenn man bereit ist, sich auf den Weg zu machen und zu üben.

00:30:30: Ja.

00:30:31: Üben, üben, üben, dranbleiben.

00:30:36: Liebe Anke, wir bleiben dran.

00:30:39: Und ich würde

00:30:40: gerne abschließend eine Sache noch mal sagen.

00:30:43: Das ist so mein Plädoyer für die Bewegung.

00:30:46: Ich habe das vorhin schon gesagt, alle Gewebe im Körper brauchen Bewegung.

00:30:52: Sie brauchen Bewegung auf den unterschiedlichsten Ebenen und die Wirkung dieser Bewegung geht auch weit über den lokalen Das lokale Ziel hinaus, wenn ich also die Muskulatur zum Beispiel trainiere, dann wissen wir heute, dass nicht nur der Muskel wächst davon, sondern dass der Muskel auch begehend Botenstoffe herzustellen, die auf den ganzen Körper wirken und dem ganzen System helfen, gesund zu werden.

00:31:20: Beim Knorpel, und wir sprechen heute über Atrose, ist das besonders wichtig, weil wir eine ganz besondere Situation haben.

00:31:27: Der Knorpel ist nicht durchblutet.

00:31:30: Die Tatsache, dass er nicht durchblutet ist, bedeutet, dass es keine Blutgefäße gibt, die dort in den Knorpel Nährstoffe bringen.

00:31:40: Die Art und Weise, wie Nährstoffe in den Körper in den Knorpel hineinkommen, ist

00:31:44: Bewegung.

00:31:45: Der Knorpel holt sich die Nährstoffe aus der Gelenkflüssigkeit und er kann das nur tun, wenn wir den Knorpel bewegen.

00:31:54: Das bedeutet, wenn Druck und Zug.

00:31:57: auf das Gelenk kommen.

00:31:59: Druck und Zug kommen nur dann auf das Gelenk, wenn wir uns bewegen.

00:32:03: Das heißt, am Beispiel des Knorpels sehen wir ganz besonders deutlich, wie das... sitzen bleiben und sich schonen, keine Option ist.

00:32:11: Es ist für keinen Gewebe im Körper eine Option und für den Knorpel ist es schon gar nicht eine Option.

00:32:17: Vielleicht ist in dem Zusammenhang auch noch mal wichtig zu verstehen, dass das in aller Regel auch nicht der Knorpel ist, der uns da wehtut im Gelenk, wenn wir Schmerzen haben, sondern dass das ganz häufig zum Beispiel muskuläre Verspannungen um das Gelenk herum sind, Reizungen von Bändern.

00:32:34: Szenen, Förstchen, alles kann Schmerzen.

00:32:36: Und mit den allermeisten

00:32:37: Fällen eben zusätzlich eine Entzündung der Gelenkkapsel mit dazu kommt, als Reaktion auf den Knorpelschaden.

00:32:45: So oftmals besteht so dieser Gedanke, ich hab Atrose, das ist mein Knorpel, der schlecht ist.

00:32:52: Und der Knorpel, der tut mir weh, weil er so schlecht ist.

00:32:55: Und ich kann nichts tun, ich muss mich schonen.

00:32:58: Und einfach, um das klarzumachen, dass ... leider oder zum Glück sitzen oder liegen bleiben und sich schon keine Option ist, wenn es darum geht, gesunde Gelenke zu haben, bis ins

00:33:10: Alter.

00:33:12: Und wenn sitzen, geht's dynamisch.

00:33:14: Und wenn liegen, kann ich ihm liegen, alles pulsieren lassen.

00:33:19: Ja.

00:33:19: Gut, schön.

00:33:21: Danke für dieses schöne Plé-dolier, für mehr Vertrauen in sich selbst, in dieses Wunder, das uns lebt.

00:33:32: Ganz herzlichen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast.

00:33:35: Danke.

00:33:37: Hat mir auch viel Spaß gemacht.

00:33:39: Vielen Dank.

00:33:40: Danke dir.

00:33:41: Ciao.

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