Hüft-OP nach Sturz: Zurück in Bewegung und Vertrauen, mit Eva Augenreich

Shownotes

Eva Augenreich

Eva Augenreich, 61, ist Grafikerin und seit 2012 CANTIENICA®-Instruktorin. Ihre Arbeit verbindet Präzision, Gestaltung und ein feines Gespür für Zusammenhänge – sichtbar auf ihrer Website ebenso wie in ihrer Art zu unterrichten.

Ein einschneidendes Erlebnis veränderte ihren Blick auf den Körper grundlegend: Nach einem Fahrradsturz erlitt Eva einen Oberschenkelhalsbruch und erhielt ein künstliches Hüftgelenk. Die Diagnose kam abrupt, die Operation war unausweichlich. Für Eva bedeutete das nicht nur einen körperlichen Einschnitt, sondern auch einen tiefen emotionalen Prozess.

Ihre Erfahrung mit der Methode wurde in dieser Phase zur zentralen Ressource: zuerst für den inneren Halt, dann für die gründliche Genesung. „Dieses Werkzeug zum Schutz des Körpers und zur Regenerierung gebe ich heute noch überzeugter weiter als vor dem Sturz“, sagt Eva.

CANTIENICA®-Instruktorin, Grafikerin Hamburg, Deutschland cantienica-eva.de

Überschrift TextGeduld ist eine wirksame Medizin

Eva Augenreich spricht mit Benita Cantieni über:

  • den Umgang mit Schock und Trauma
  • das Wiederfinden des Selbstvertrauens
  • die wundersame Resilienz des Körpers
  • Motivation, Engagement und Disziplin, die Genesung schnell und nachhaltig machen
  • die neu gewonnene Sicherheit
  • die Freude, ihre Erfahrungen weiterzugeben

CANTIENICA® Körper in Evolution ist anatomisch präzises Training für Aufrichtung, Kraft und Schmerzfreiheit – von innen nach außen. Du lernst, deinen Körper so zu bewegen, wie er von Natur aus gedacht ist: effizient, leicht und kraftvoll. Dein Körper versteht schnell, was ihm guttut – und antwortet mit Leichtigkeit.

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Transkript anzeigen

00:00:02: Eva Augenreich.

00:00:04: Schön, dass du da bist.

00:00:05: Du bist Grafikerin und das zeigt sich an deiner schönen Homepage.

00:00:10: Und seit zwei zwölf.

00:00:13: Ganz jene hat Trainerin.

00:00:16: Dann hat praktisch das Schicksal dir ein künstliches Gelenk beschert.

00:00:24: Magst du erzählen?

00:00:26: Ja, sehr gerne.

00:00:28: Also ich bin tatsächlich mit dem Fahrrad gestürzt.

00:00:31: Ich hatte mir nur mal kurz das Fahrrad meines Mannes ausgeliehen, weil meinst ein bisschen kaputt war.

00:00:36: Und dieses Fahrrad hat eine Stange und mit dieser Stange bin ich irgendwie in der Kurve, als ich ein paar Autos so ausweichen musste im Gegenverkehr, nicht gut zurechtgekommen.

00:00:47: Also es war... Ja, einfach dieser Moment, wo die plötzlich zwischen meinen Beinen störte und ich habe dann deswegen das Gleichgewicht verloren und bin punktuell auf mein rechtes Hüftgelenk draufgestürzt.

00:00:59: Also so richtig voll drauf.

00:01:01: Aber nur darauf.

00:01:02: Also ich hatte keinerlei andere körperliche Verletzungen.

00:01:05: Nicht mal ein Kratzer, gar nichts.

00:01:07: Kopf alles hochgehoben.

00:01:09: Nur ein schweres Hollandrad und dann mit dieser Stange und das mit dem Gewicht eben da drauf.

00:01:14: Ja.

00:01:14: Dann habe ich einfach sehr schnell gemerkt, dass da jetzt irgendwas nicht stimmt.

00:01:18: Hat mich aufstellen lassen von ein paar jungen Männern, die da waren.

00:01:20: Ich konnte auf einem Bein wunderbar stehen, aber spürte sofort.

00:01:24: Mein anderes Bein gehört irgendwie nicht mehr zu mir.

00:01:27: Ja.

00:01:28: Und dann geht das leider sehr schnell.

00:01:30: Also man wird dann...

00:01:31: Was war gebrochen?

00:01:32: Ach, so ein Scholige.

00:01:33: Ja, es war der Oberschenkelhals gebrochen.

00:01:35: Das wurde dann im Krankenhaus festgestellt.

00:01:38: Und da ist dann relativ schnell... Die Ansage gewesen, es muss ein künstliches Hüftgelenk her.

00:01:45: Ich habe wirklich gekämpft und habe gesagt, geht das nicht irgendwie?

00:01:48: Wie war das für dich?

00:01:49: Wie war das für dich, Boralich?

00:01:52: Also, es war furchtbar.

00:01:53: Ich habe so darunter gelitten, jetzt zu wissen, dass ich meinen kostbaren Körper, also, dass der quasi verstimmelt wird, dass man mir den Oberschenkelknochen absegt, was ja de facto passiert.

00:02:03: Und habe eben noch gefragt, ob man das nicht irgendwie schienen könnte.

00:02:08: Ja, dann haben die aber gesagt, das geht auf gar keinen Fall.

00:02:10: Ich habe mir auch noch zwei, also so quasi von der Barre aus, vor der Operation, die direkt am nächsten Tag auch gemacht wurde, habe ich mir noch zwei, zweitmeinige Meinungen oder eine zweite und dritte Meinung eingeholt.

00:02:22: Und da hieß es auch, nee, das geht nicht anders, denn der Oberschäkel-Kopf war auch so ein bisschen wie gesprengt.

00:02:29: Und es ist dann eben wirklich eine Totalendoprothese geworden.

00:02:33: Das heißt, Da wird ein Schaft in den Oberschenkel reingetrieben und der Kopf ist selbstverständlich neu, der ist am Hals dran, das ist alles aus Titanen.

00:02:42: Und auch die Pfanne musste erneuert werden, also tut so.

00:02:46: Ja, und das war für mich wirklich, ich war unendlich traurig.

00:02:50: Ich glaube, ich habe die erste Depression meines Lebens gehabt, einige Wochen, einfach weil ich da gespürt habe, wie kostbar mein Körper ist und das so furchtbar fand, nachdem ich auch schon so lange Trainerin bin.

00:03:02: Das jetzt so zu verlieren, also eben auch nicht sicher war, inwieweit ich wieder so gut mich bewegen könnte wie zuvor.

00:03:11: Ja, und insofern, das war der Unfall.

00:03:14: Und dann Operation,

00:03:17: genau.

00:03:18: Operation Reha

00:03:19: nehme ich an.

00:03:20: Nein, ich habe für mich entschieden, dass ich eine selbstständige Trainerin bin.

00:03:25: dass das nicht geht, dass ich in so ein Reha-Zentrum gehe.

00:03:28: Also ich meine, gerade diese Thematik mit dem Oberschenkel-Halsberuch, das sind meistens eher achtzigjährige Personen.

00:03:36: Und so eine Reha wäre für mich schrecklich gewesen.

00:03:38: Was soll ich da?

00:03:39: Ich habe mir selbst etwas zurechtgebastelt und ich habe hier, Gott sei Dank, in meiner Nähe ein Reha-Zentrum, wo man ambulant hingehen kann, wo Physiotherapeuten sind und habe dann eben versucht, das... Über Kasse zu bekommen.

00:03:54: gelangt, wenn ich hab mich dann entschieden, ich mach das einfach auch auf meine eigenen Kosten, damit ich zu Hause sein kann.

00:03:59: Ich bin sehr, sehr schnell mit meinen Unterarm gestützen, einfach diese.

00:04:03: Vierhundert Meter dahin gehobbelt und dann da Physiotherapie gemacht, tatsächlich.

00:04:09: Und auch Nymphdrainage.

00:04:11: Da musst du schon ein bisschen was tun.

00:04:13: Das ist alles geschwollen und so.

00:04:16: Und dann.

00:04:17: dort eben meine Muskeln wieder aufgebaut, weil das ist tatsächlich fatal.

00:04:21: Die müssen ja um daran zu kommen, durch die ganze Muskulatur durchschneiden und passieren und so.

00:04:27: Es wird alles einmal durchtrennt.

00:04:29: Und das ist wirklich für jemanden, der so als Trainer arbeitet, total.

00:04:34: Also es ist schlimm, wenn du merkst, du kannst dein Bein nicht mal mehr alleine hochheben.

00:04:38: Also es muss wieder auftrainiert werden.

00:04:40: Insofern habe ich dann eine Kombination aus eigenem, könnte jeniker Training für mich.

00:04:45: gemacht und mich stabilisiert natürlich und versucht das Balancen auszugleichen mit mitkantjeniger und die Physiotherapie mit den massagen und das war dann hauptsächlich manuell am Anfang.

00:04:56: und dann bin ich aber auch an Geräte gegangen um Kraft aufzubauen.

00:05:00: tatsächlich und das mache ich sogar bis heute obwohl ich es furchtbar langweilig finde und gerne wieder aufhören würde.

00:05:05: also ich glaube bis Ende des Jahres vielleicht noch, dann ist es ein Jahr her.

00:05:09: Das Ganze ist kurz vor Sylvester Passier.

00:05:11: Ein Jahr, okay.

00:05:12: Wie

00:05:13: geht es dir jetzt insgesamt?

00:05:14: Hast du die volle Beweglichkeit zurück?

00:05:17: Also, ich würde mal sagen, es ist nach bevor.

00:05:24: ein Schneidersitz war eine ganz, ganz große Herausforderung am Anfang.

00:05:30: Jetzt mache ich ihn wieder, es zieht noch ein bisschen.

00:05:33: Und eben auch so was wie die Dehnung im Dreieck.

00:05:35: Also wenn ich mein Bein auflege und die Dehnung spüre, ich spüre was ganz anderes.

00:05:40: Das finde ich aber auch sehr... Also eigentlich sehe ich das Ganze wieder mal mit Demo so ein bisschen, denn ich kann jetzt verstehen, wie das ist, wenn eben Teilnehmerinnen zu mir sagen, ich kann das nicht, ich kann dies nicht, ich kann das nicht oder ich komme da nicht runter.

00:05:55: Also ich habe da jetzt einfach ein ganz anderes... Gefühl, eine andere Empathie.

00:05:59: Und

00:06:00: kannst sie wahrscheinlich auch mehr motivieren als vorher unversehrt, um dran zu bleiben, weil du das ja jetzt selbst bewiesen hattest.

00:06:08: Definitiv.

00:06:09: Du hättest nicht nach einem Jahr und neunzig Prozent deiner Beweglichkeit zurück, wenn du nicht einfach eisern dabei geblieben wärst.

00:06:17: Ja, absolut.

00:06:18: Und also es ist natürlich sehr hilfreich, ein Verständnis zu haben für den Körper, was ja auch unsere Teilnehmerinnen durch das Training einfach mit der Zeit immer mehr gewinnen und dann zu wissen, was ist das jetzt eigentlich, was mich da blockiert und wo kann ich vorsichtig reingehen und also insbesondere wirklich Geduld dranbleiben, Vertrauen haben.

00:06:38: Diese Sachen, die wir ja auch unseren Frauen und Männern immer sagen, das habe ich jetzt auf mich angewendet und jetzt ist so.

00:06:45: Also man denkt am Anfang so ein bisschen speziell nach so einer wirklich, ist ja eine sehr, sehr schwere Operation.

00:06:51: Das wird nie wieder, wenn du merkst, du kannst das Bein nicht mehr mehr auf den Badewandrand hochstellen.

00:06:56: Aber es kommt und ich habe... die wir alle wahrscheinlich, die wir Kurse anbieten.

00:07:01: Ich hab Physiotherapeutin, Osteopathin, in meinen Kursen Ärztin.

00:07:06: Und ich hab super häufig gesagt bekommen, das kann doch gar nicht wahr sein, dass du schon wieder so da stehst, ne?

00:07:12: Also, der Unfall war ganz kurz vor Silvester.

00:07:15: Ich bin über Silvester im Krankenhaus gewesen, operiert worden.

00:07:18: Und ich habe Anfang März wieder angefangen zu unterrichten.

00:07:22: Das heißt, ich war schon zwei Monate raus.

00:07:24: Aber das wäre sonst ... nicht gut gelaufen.

00:07:28: und aber dann habe ich es wieder gekonnt.

00:07:29: Natürlich mit ein bisschen Einschränkung konnte nicht alles vormachen, aber ich habe sehr, sehr entzirkende langjährige Kunden, die das einfach alles mitgemacht haben und man kann ja auch vieles verbal machen.

00:07:42: Im

00:07:43: Gegenteil, ich finde es ganz nützlich, wenn wir unsere Kunden in unsere eigene Entwicklung einbeziehen können.

00:07:54: Also, am Anfang, ich weiß noch, wie ich versuchte, diese Beckenhälften, die Rotation auszulösen.

00:08:04: Im ersten Buch, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da.

00:08:24: Ich habe das Optimum aus dem Bauplan rausgeholt.

00:08:28: Also das schadet nichts.

00:08:29: Und eben die Demut ist auch

00:08:31: gut.

00:08:32: Ja, das stimmt.

00:08:33: Das ist sogar so, dass die Kunden... Die Leute, die mögen das, sie finden das gut, wenn sie hören, dass man eben auch nicht perfekt ist.

00:08:42: Und ich habe jetzt zum Beispiel eine Sache, wo ich hoffe, dass sich das noch entwickelt.

00:08:46: Ich kann nicht mehr gut auf der Seite liegen und die Beinschere selber turnen.

00:08:50: Das tut einfach weh.

00:08:51: Das ist so, als würde ich auf Harpen Metall liegen.

00:08:53: Wäre nun ziemlich schlank und es fühlt sich wirklich einfach nach.

00:08:58: Es ist ein zu starker, schmerzhafter Druck und dann sage ich auch jedes Mal, das mache ich jetzt.

00:09:02: Also das kann ich jetzt nicht mitmachen oder so was.

00:09:06: Also ich finde insbesondere diese Sachen mit dem Schneidersitz, das ist echt spannend, aber es hat sich total gut entwickelt.

00:09:13: Also ich kann jetzt wieder drinsitzen, auch wieder einige Fassen aufrechnen, aber das es am Anfang so gar nicht ging.

00:09:20: Es war verrückt und es war verboten.

00:09:22: Es ist zu Anfang... Es ist unterschiedlich je nach operierendem Arzt zwischen sechs Wochen und sechs Monaten verboten, eine Außenrotation zu machen, eine Innenrotation zu

00:09:33: machen.

00:09:33: Sechs Wochen verstehe ich.

00:09:34: Sechs Monate verstehe ich nicht.

00:09:36: Ich auch nicht.

00:09:36: Das kann ja kein Mensch leben.

00:09:38: Das geht überhaupt nicht.

00:09:39: Aber wir haben ja ganz... Wir haben ja ganz viele sanfte Alternativen.

00:09:44: Oder Menschen auf dem Hocker sitzen lassen mit gekreuzten Füßen und so.

00:09:48: Da kann man schon behutsam einarbeiten.

00:09:51: Muss ich dir nicht sagen?

00:09:53: Nee,

00:09:53: hab ich genauso gemacht.

00:09:54: Und ja, also wie gesagt, ich bin jetzt noch ein bisschen näher an den Menschen dran, die mir eben erzählen.

00:10:01: Sie können dies oder jenes nicht.

00:10:02: Und ermutige die einfach noch mehr wirklich.

00:10:05: Na sanft mit sich umgehen, liebe Voll, aber mach.

00:10:08: Und nicht aufhören wird es irgendwo wie, tut das bringt ja gar

00:10:11: nichts.

00:10:13: Also Thema Schmerzen.

00:10:15: und dann möchte ich sagen auch eine Lektion im Mut, es auszuhalten.

00:10:29: Ich finde, dass wenn ich mich auf die Dinge einlasse, dass ich meistens etwas Neues daraus entdecke.

00:10:39: Und wenn ich mich so ein bisschen, was auch mehr passieren kann, ein bisschen Opferwischung schon wieder ich, oder?

00:10:45: Und da bist du ein wunderbares Beispiel, um andere zu ermutigen, selber zu denken, sich selber zu fordern und positiv darauf einstellen, finde ich großartig.

00:11:00: Stehen deine Beckenhälften gleichmäßig?

00:11:03: Also das ist auch interessant, sie stehen jetzt ein bisschen gleichmäßiger als vorher.

00:11:09: Spannend.

00:11:11: Also, man hatte mir gesagt im Ankrantenhaus, dass das operierte Bein meistens ein bisschen länger wäre.

00:11:18: Ich fühle es ehrlich gesagt andersrum.

00:11:21: Also ich fühle es nicht länger.

00:11:22: Ich fühle es eher fast ein bisschen kürzer.

00:11:24: Aber wenn ich noch, also wenn ich jetzt eben in Körpernahe Kleidung vor dem Spiegel sehe, sieht das sehr ausgeglichen aus.

00:11:31: Und das war vorher eher ein bisschen unausgeglichen.

00:11:34: Toll.

00:11:34: Los hat die.

00:11:35: Also bewiesen.

00:11:36: Wenn man sich darauf einlässt und die Lektion lernt, ist meistens der Outcome positiv.

00:11:46: Ja, du speziell nach so einer schweren Operation, ist es so hilfreich gewesen, mit all den Puls, die wir haben, Ideen, die du uns gibst, mich wieder aufzurichten.

00:12:00: Weg sozusagen.

00:12:01: Und dann musst du sanft wieder erst mal aussehen.

00:12:04: Du sagst weg, darf ich doch fragen.

00:12:07: Ich mache die Beobachtungen in unserer Kultur, dass im Trauma, im Schock,

00:12:13: die

00:12:13: sich alles zusammenzieht.

00:12:17: Die Muskeln weiß wie kurz.

00:12:21: Ist das deine Erfahrung oder einfach wirklich weg?

00:12:25: Ist nicht meine Erfahrung, ist es einfach, was ich meinte, ich habe halt ein paar Tage wirklich nur im Bett liegen können und danach war ein Bein nicht mehr nutzbar.

00:12:36: und dann fängst du wirklich an mit dem G-Wagen, also es sind dann am Anfang so Dinge, wo man so hoch steht zu gehen, dann mit den Stützen und die Muskeln bauen sich einfach leider Gottes relativ schnell ab, wenn man nichts machen kann oder darf und das, glaube ich, war durch Kantjeniger einfach viel, viel schneller zurückgekommen als anderen Menschen, die das nicht.

00:12:59: Und weil du eben vorher trainiert hast, ich habe oft Menschen, die dann unmittelbar nach der Operation das Wunder möchten.

00:13:08: Und das ist halt leider nicht möglich.

00:13:13: Nee.

00:13:13: Oder Körper muss das lernen.

00:13:15: Lernen und das sind ja auch Strukturen, die müssen auch erst mal wieder heilen.

00:13:19: Das darf man auch nicht unter Verletzten, deswegen Geduld.

00:13:21: Also es ist einfach zu viel, was dadurch trennt wird bei so einer OP.

00:13:25: Das kann nicht sofort sein.

00:13:26: Aber wie gesagt, nach zwei Monaten hat das keiner gemerkt, ich habe hier Einzellektionen gegeben und irgendwann habe ich einmal, weil diese Frau mir eben auch von ihrer Geschichte erzählt hat, dann berichtet, ich hatte übrigens auch vor drei Monaten, es hat sie mir nicht geglaubt.

00:13:41: Also es war schon wirklich verrückt.

00:13:48: Schmerzen fasziniert mich in unserer Kultur der Armut an Bezeichnungen.

00:14:00: Ich habe Schmerz, ich muss stillstehen, ich darf mich nicht mehr bewegen.

00:14:13: Angst vor Schmerzen, zu viel Respekt vor Schmerzen, weil du musstest in dieser Geschichte... Behaupte ich, ich unterstelle dir, dass du herausfinden musst, welcher Schmerz muss sein für den Wiederaufbau der Muskulatur der Sehnen und der Knochenhaut und welcher Schmerz ist nicht gut.

00:14:32: Also du hast die Beinschere da richtig auf dem Trockanten liegen.

00:14:36: Ist natürlich ein Pultäufelschmerz.

00:14:40: Den vermeide ich dann auch.

00:14:41: Ich habe aber gemerkt, dass es sinnvoll ist, es ab und zu zu machen, also nicht ganz weglassen, dann kann ich mich da nicht weiterentwickeln.

00:14:49: Ich leg mir ein... Kannst du einfach...

00:14:51: Genau.

00:14:52: Irgendwas weiches drunter und dann versuch ich es immer wieder mal.

00:14:55: Aber du merkst, also ich wohne jetzt hier im dritten Stock Altbau ohne Fahrstuhl und ich wollte natürlich auch raus, musste auch raus, ich musste ja zu meinen Trainings und das war jetzt zum Beispiel die erste Erfahrung, wie es tat weh mit den Stützen rauf zu gehen, aber es war wichtig.

00:15:13: die umgreifende Muskulatur, das muss ja wieder in die Kraft kommen.

00:15:18: Ich muss das ja machen und du findest irgendwann ein Maß heraus.

00:15:23: Ein bisschen Schmerzen sind okay, wenn man merkt, das stellt sich jetzt so ein pulsierender Schmerz ein, der einfach nicht gut anfühlt, dann war es zu viel.

00:15:32: Dann lässt man mal zwei Tage das ruhen, macht was anderes, aber auf jeden Fall immer ruhig.

00:15:37: Wie

00:15:37: wichtig ist unser Organheber, die innerste Beckenbodenschale für so eine Wiederfindung von Stabilität?

00:15:49: Ich kann mir vorstellen, dass der unversehrt ist.

00:15:54: Weil der Operation nicht verletzt

00:15:57: wurde?

00:15:57: Er wird nicht verletzt, nee.

00:15:59: Also da kann ich direkt überleiten.

00:16:01: zu einem ziemlich spannenden anderen Thema noch.

00:16:04: Ich habe laut Aussage einer Beckenbodenspezialistin, die, als ich vierzig Jahre alt war, das erste Mal mich untersucht hat und mir sagte, die Bänder, die die Blase oben halten, wären abgerissen oder so stark überdehnt, dass sie nicht dass sie eigentlich quasi wie nicht mehr vorhanden sind, ne?

00:16:25: Durch Schwangerschaften?

00:16:26: Durch die Geburt, durch die Geburt meiner Tochter.

00:16:29: Also das war einfach eine... Die

00:16:31: eigentliche Entbindung.

00:16:32: Die eigentliche Entbindung, ganz genau, wo sie mit Nabelschnur doppelt um den Hals habe ich sie verkehrt rum stranguliert und sie war zwei Stunden im Geburtskanal.

00:16:45: Da muss das irgendwie passiert sein.

00:16:49: Ich hatte immer Probleme mit allem Möglichen, also wirklich Beckenboden, Schwäche.

00:16:53: Und also ich hol ein bisschen aus, um.

00:16:56: aber jetzt, also nach zehn Jahren später mit fünfzig, hatte ich mich da wieder untersuchen lassen.

00:17:01: Da war ich inzwischen Kantejenikertrainerin und die Ärztin meinte, wow, einfach so weitermachen ist toll.

00:17:08: Als ich vierzig war, hatte sie gesagt, wenn ich fünfzig wäre, würde ich kommen und eine Operation wollen.

00:17:13: war natürlich nicht der Fall.

00:17:14: Und jetzt ist das, was mir passiert ist nach der Operation am Becken.

00:17:20: Und ich musste liegen und ich hatte Schmerzen und wahrscheinlich hast du recht.

00:17:23: Ich habe mich in mich irgendwie zusammengegründet und zusammenbezogen und ich konnte mich nicht mehr aufrichten am Anfang.

00:17:29: Ich war völlig inkondinent.

00:17:32: Also wirklich, ich bin da, ich stand und ich habe gemerkt, ich kann das gar nicht halten.

00:17:37: Also diese verloren gegangene Aufspannung hat mich wieder voll zurückgeworfen.

00:17:43: Ich war dann, ich habe dann ein paar Mal, ja okay, muss ich nicht darauf eingehen, aber das habe ich mir dann recht schnell wieder zurückerobern können und eben insbesondere, als du diese Mutterbänder jetzt uns... geschenkt hast.

00:17:58: Habe ich das noch mal anders verstanden?

00:18:00: Darf ich ganz schnell für die Zuhörerinnen, weil es gibt ja inzwischen auch die Vaterbänder.

00:18:08: Es gibt oben im kleinen Becken am Oberrand dieser Beckenbodenschale gibt es ein Fastienvernetzungen Kreuz und Quer.

00:18:20: Die werden Mutterbänder genannt, weil sie die Gebärmutter, die Blase, und auch den Darm halten.

00:18:29: Und ich habe das zu einem trainierbaren, weiteren Zwischenstockwerk gemacht.

00:18:36: Jetzt bist du wieder dran und ich freue mich riesig, dass die Mutterbanddeppich auf so fruchbaren Boden fällt.

00:18:43: Absolut.

00:18:44: Also auch bei meinen Kundinnen.

00:18:46: Also ich habe dann ja überhaupt erst mal gesehen, welche Bänder könnten das denn sein, die da abgerissen sind oder so.

00:18:55: Sie sind es wahrscheinlich nicht.

00:18:56: Ich habe angefangen, damit zu trainieren und mir eben meine Kontinenz sehr schnell zurück erobern können.

00:19:01: Und baue das jetzt liebend gerne in meine Kurse ein und alle finden es richtig klasse.

00:19:06: Insbesondere die Frauen, die geboren haben und da doch mal einen anderen Zugang haben.

00:19:12: Und ich kann jetzt nur sagen, wenn jemand zu mir kommt mit einer Inkontinenz, dann erzähle ich denen meine Geschichte, wie mir das geholfen hat und dass ich eben wirklich nur mit diesem Kantjeniker Training meine Organe oben halte.

00:19:24: Wenn es so sein soll, dass die Bänder nicht mehr richtig da sind, dieses Training hilft mir, eine Operation zu verhindern.

00:19:30: Und das freut ich gerne.

00:19:33: Ich glaube, dass Fasthien einfach immer noch unbekannt sind.

00:19:40: Ich habe die Erfahrung, dass Fastien sich enorm schnell regenerieren, erneuern, verdichten, verdicken, neu vernetzen, wenn man sich diese Strukturen mit der Vorstellung baut.

00:19:57: Wir sagen ja in unserer Methode generell der Körperfolge der Vorstellung.

00:20:04: implementieren positive Kettenreaktionen und ich finde auch bei mir, dass sich da für das Becken und den unteren Rücken, weißt du jetzt beim Husten, ich könnte mich ja so in mich zusammen krümeln und merke auch, wenn ich jetzt noch drei Wochen zerknittert zusammen, Huste habe, ist meine Skoliosi zurück.

00:20:30: Da hilft mir diese Mutterbänder.

00:20:32: oder eben vorstellen, wie der Darm an der Bauchwand aufgemacht ist.

00:20:38: Und ich spüre.

00:20:41: Weißt, ich kann das wirklich stühlen durch Kneifen.

00:20:44: Wie schnell und ganzheitlich sich Faszien vernetzen und erneuern.

00:20:51: Ich gratuliere dir.

00:20:53: Vielen Dank.

00:20:54: Ist auch ein großer Mutmacher.

00:20:58: Ja.

00:20:59: Für andere Frauen.

00:21:02: Toll.

00:21:02: Ich hatte jetzt am Wochenende Skoliose-Workshop mit Männern und habe das erste Mal in diesem Skoliose-Workshop waren, drei Männer, drin diesen Vaterbänder gezeigt und da haben zwei gesagt, das ist wirklich ihr Thema, die Brust hat da und Vergrößerung und so weiter und dass sie sofort Halt verspüren.

00:21:27: Also Männer, die sich darauf einlassen, sind genau so schnell.

00:21:33: im Körper drinnen und in dieser wunderbare Selbstaktiverung.

00:21:41: Ja, also ich war froh, dass ich, als ich dann da im Krankenbett noch liegen musste, eben schon anfangen konnte, innerlich wieder alles zu spüren, durchzugehen, genau mich wieder in mir selbst zu finden.

00:21:52: Das ist ja so, du hast einfach auch ein Trauma nach so einem... Und dann halt dieses, was also für mich war das Schlimmste zu wissen, mein kostbarer Körper wird jetzt irgendwo abgesehen.

00:22:03: Und das, glaube ich, das hat mich erst mal wirklich klein gemacht, aber ich konnte sofort wieder an mir arbeiten.

00:22:09: Und das ist halt für mich von Anfang an ein innerer und äußerer Halt gewesen, mit dieser Methode zu arbeiten.

00:22:16: Das versuche ich meinen Kunden so auch weiterzugeben.

00:22:20: Und du

00:22:21: gibst auch zwei wunderbare Sachen weiter.

00:22:25: Das eine ist, lass dich nicht leichtfertig auf Operationen ein.

00:22:31: Mit diesen angeblich gerissenen Bändern.

00:22:36: Und die andere, wenn du eine Operation brauchst, wenn sie lebensnotwendig ist, stelle dich positiv darauf ein.

00:22:46: Bleibe in deinem Körper und trau ihn mehr zu.

00:22:50: Das höre ich auch aus deinen Schilderungen.

00:22:54: Trau dir mehr zu, als dir von außen gesagt wird.

00:22:58: Ich versuche jetzt das Beste daraus zu machen.

00:23:00: und mein Wunsch ist, dass auch vielleicht dieses künstliche Gelenk mit allem, was außen drum ist und was ich ja pflegen kann mit der Methode, jetzt einfach bitte schön zu meinem Lebensende hält.

00:23:12: Normalerweise sagt man ja.

00:23:15: Ich gehe davon aus, dass das Menschen betrifft, die sich eben nicht gut halten.

00:23:21: Ich habe eine Frau, die hat seit forty-fünf Jahren das gleiche Gelenk drin.

00:23:25: Super.

00:23:26: Also, durchaus.

00:23:27: Und da muss man doch auch sagen, dieses Kunstgelenk hat doch ein tolles Karma, in dir wohnen zu dürfen.

00:23:38: Ja, genau.

00:23:39: Wunderbarer Schluss.

00:23:41: Danke dir, Eva, für den Besuch.

00:23:43: Sehr, sehr gerne.

00:23:44: Und

00:23:47: die offene Schilderung.

00:23:49: Ich glaube, dass das vielen Mut macht in einigen Situationen.

00:23:53: Ich

00:23:54: hoffe es.

00:23:54: Ich wünsche es mir.

00:23:55: Gut, Benita.

00:23:56: Vielen Dank für das Gespräch.

00:23:57: Hat Spaß gemacht.

00:23:59: Ja, auch.

00:24:00: Ich danke dir.

00:24:01: Gerne.

00:24:02: Tschüss.

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