Bessere Stimme durch Haltung: Atmung, Resonanz, Stimmung, mit Elisabeth Bender-Clausen
Shownotes
Elisabeth Bender-Clausen
Elisabeth Bender-Clausen, 55, ist Logopädin und Stimmtherapeutin mit einem ganzheitlichen Ansatz. In ihrer Arbeit betrachtet sie Stimme nicht isoliert, sondern als Ausdruck des gesamten Körpers – verbunden mit Haltung, Atmung, Emotionen und innerer Organisation.
Sie begleitet Menschen mit Stimmbeeinträchtigungen nach Operationen, bei funktionellen Störungen, bei beruflicher Überlastung oder im künstlerischen Kontext. Ein zentraler Fokus ihrer Arbeit liegt darauf, den Betroffenen wieder Zugang zur eigenen Wahrnehmung zu ermöglichen: Wie verändert sich die Stimme, wenn der Körper ausgerichtet ist? Was geschieht, wenn Spannung nicht gemacht, sondern organisiert wird?
Die CANTIENICA®-Methode bildet dabei eine wesentliche Grundlage ihrer Arbeit. Sie ermöglicht eine präzise, tiefgreifende Verbindung zwischen Füssen, Beinen, Becken, Wirbelsäule, Kopf und Stimme – und öffnet einen Weg zu mehr Klang, Tragfähigkeit und Entlastung.
Praxis für Logopädie Kirschgartenstr. 11 65719 Hofheim am Taunus logopaedie-bender-clausen.de
Der Körper gibt der Stimme Raum
Elisabeth Bender-Clausen spricht mit Benita Cantieni über:
- Aufzählungs-Textdie Stimme, die Körperhaltung und das emotionale Befinden verknüpft
- Stimmprobleme als Ausdruck funktioneller Zusammenhänge
- das Finden der „mühelosen Stimme“
- die Kunst, wirklich zu lauschen
- die Freude, zu hören, was die eigene Stimme sagt
CANTIENICA® Körper in Evolution ist anatomisch präzises Training für Aufrichtung, Kraft und Schmerzfreiheit – von innen nach außen. Du lernst, deinen Körper so zu bewegen, wie er von Natur aus gedacht ist: effizient, leicht und kraftvoll. Dein Körper versteht schnell, was ihm guttut – und antwortet mit Leichtigkeit.
Links:
- CANTIENICA®-Methode: https://cantienica.com
- Ausbildungen: https://cantienica.com/ausbildung
- Studio Zürich: https://cantienica.com/studiozuerich
Transkript anzeigen
00:00:01: Elisabeth Bender-Klausen.
00:00:05: Schön, dass du da bist.
00:00:08: Ich freue mich.
00:00:10: Und ich möchte dich gerne fragen, ist Stimme ein Ganzkörper geschehen?
00:00:18: Auf jeden Fall ist es das.
00:00:21: Stimme können wir nie, nie loslösen von unserem Körper.
00:00:27: Stimme können wir auch nie loslösen von unseren Emotionen und von... der Situation, in dem wir drinnen stehen.
00:00:34: Also es ist wirklich ein ganz haltlich anzuschauen, das Phänomen.
00:00:44: Ich hatte früher wahrgenommen, dass meine Stimme und meine Emotionen, wenn ich nervös werde, war sie ein bisschen höher.
00:00:58: Wenn ich wütend wurde, wurde sie lauter.
00:01:00: Ich habe erst doch meine Arbeit festgestellt, wahrgenommen, dass immer auf ein körperliches Geschehen.
00:01:09: Und es beschäftigt mich die Frage, was ist zuerst das Huhn oder das Ei?
00:01:15: Geht meine Stimme hoch, weil ich meine Schultern hochziehe?
00:01:19: Wird sie deshalb laut?
00:01:20: Oder wird zuerst die Stimme mit der Emotion geprägt und dann reagiert dann der Körper?
00:01:28: Hast du da Erfahrung?
00:01:30: Ja, ich glaube, man kann es gar nicht, man kann es gar nicht trennen, weil ja alles irgendwie doch zusammen passiert.
00:01:37: Das Gefühl kommt, das ist die Situation, es wird was ausgelöst und ich, ja, es kommt so, dass die Kette kommt in Gang und ich glaube, das spielt alles schon zusammen gleichzeitig auch.
00:01:53: Ich finde
00:01:54: heute, dass ich ... beeinflussen kann, durch im Körper bleiben.
00:02:01: Genau.
00:02:02: Wenn
00:02:02: ich mir bewusst sage, so, Arme runter, Schulter pfannen hoch und so, dann kann ich die überbordende Reaktion, egal ob das irgendwie Schüchternheit, Ängstlichkeit oder eben Wut wäre, stimmt das?
00:02:21: Und kann ich das bei dir lernen als Stimtherapeutin?
00:02:26: Genau, also das ist tatsächlich für mich auch der Zugang für die Arbeit mit der Stimme.
00:02:32: Und vor allem, wenn die Stimme eingeschränkt ist, dann ist das eine wunderbare Möglichkeit, um die auch zu entwickeln.
00:02:41: Also uns ist es normalerweise nicht bewusst, dass unser Körper so einen Einfluss hat auch auf unsere Stimmen.
00:02:50: Das läuft ja unbewusst ab.
00:02:54: Was bezeichnest du als Einschränkung in der Stimme?
00:02:59: Einschränkung ist zum Beispiel eine Heiserkeit, die chronisch da ist oder einen Stimmverlust oder ... eine Anstrengung, die mich einstremmt oder eine Leistungsfähigkeit, jemand, der seine Stimme viel beansprucht und dann immer am Ende einer längeren Phase in der Heiserkeit reinrutscht oder in Halsschmerzen oder eine Lautstärke nicht mehr abrufen kann, die er aber braucht oder sie im Alltag.
00:03:32: Oder wenn Singen nicht mehr freimöglich ist.
00:03:37: Ja, bis hin zum kompletten Stimmverlust, dass das sind mögliche Beeinträchtigungen.
00:03:44: Durch Krankheit,
00:03:47: durch Krankheit.
00:03:48: Ja, durch Schlagabfälle.
00:03:53: Durch Lähmungen, zum Beispiel nach Operationen im Heizbereich, durch Tumore im Kekopfbereich und Operationen im Anschluss.
00:04:05: Oder auch... durch Fehlbelastung.
00:04:08: Also wenn ich immer im Prinzip mit zu viel Kraft arbeite oder wenn ich mit zu wenig spreche, mit zu wenig Schließkraft, die aber immer.
00:04:18: und dieses genau, wenn es zum Beispiel eine funktionelle Ursache hat, also wenn das Funktionsmuster der Grund ist, weswegen ich nicht in meine Stimmkraft komme oder in die Klarheit oder die Lautstärke, dann ist es... ganz häufig bildet sich das im Körper schon auch ab.
00:04:37: Dass man das eigentlich sieht, dass es von dem körperlichen Aufbau, von der Aufbau in Bezug jetzt auf die Ausrichtung des Körpers, die Unterstützung fehlt, dass zum Beispiel der Devato Adni gar nicht aktiv sein kann und von da aus schon gar keine Kraft und Energie ging nach oben in das Stimmorgan hineinfließen kann.
00:05:01: Da ist der Zusammenhang meistens schon ganz offensichtlich.
00:05:07: Bei mir war es so, dass Sprechen Stimme
00:05:12: immer
00:05:12: anstrengend war, früher war ich nach fünf Tagen, aus Bildung war ich einfach zwei Tage.
00:05:19: Mund tot und mir hat das Singen geholfen.
00:05:21: Weil ich, du sagst, Levator Annie, weil das Singen für mich sofort ein Ganzkörper geschehen wurde.
00:05:28: Und ich merkte, wenn ich mich aufspanne, Levator Annie aktiv, so was sagt ich, kommt da viel mehr raus.
00:05:35: Ja.
00:05:37: Du hast, wer kommt zu dir?
00:05:42: Also zu mir in meine lokomplische Praxis kommen im Menschen nach Operationen im Kekopfbereich.
00:05:50: Die kommen aus der Klinik geschickt.
00:05:54: Den wurde in Tumor entfernt.
00:05:55: Ich habe Menschen, die kommen, weil sie nach einem Infekt oder nach einer Operation im Halsbereich eine Lähmung haben.
00:06:03: Ich habe viele Berufssprecherinnen und Berufssprecher.
00:06:06: Das können Schauspielerinnen, Schauspieler, Sängerinnen sein.
00:06:11: Das können aber auch Erzieherinnen sein, die den ganzen Tag sprechen müssen.
00:06:15: Managerinnen, Manager.
00:06:19: viel in Meetings sind.
00:06:21: Und dann, was machst du mit ihnen?
00:06:24: Ja, es geht drum, die Stimme, bestenfalls wieder in die normale Belastbarkeit zu entwickeln, das geht über Stimmübung.
00:06:33: Kannst du dir so vorstellen, wie auch so ein bisschen beim Einsingen, wenn du Gesangsunterricht hast?
00:06:41: Zum Beispiel.
00:06:42: Aber das kombinier ich immer mit... Haltungsausrichtung, körperliche Ausrichtung, Vernetzung mit Bewegungen, die synchron dazu ausgeführt werden, um einfach die Stimmlitten zu unterstützen, in eine bessere Schwingung oder in ein besseres Schließen zu kommen, um die Atmen zu unterstützen, weil ohne Luft, ohne Atemstrom entsteht gar kein Ton.
00:07:12: Um den Halsbereich, den Mund, aufzurichten, aufzuspannen, den Kopf auszubichten, damit auch wirklich Klang entstehen kann.
00:07:24: Das ist ein Beispiel für unsere Hörerinnen zu Hause.
00:07:28: Ein Klangbeispiel.
00:07:31: Also zum Beispiel um Schwingungen anzuregen, kann man die Lippen gleichzeitig vibrieren.
00:07:40: Das hört sich dann so an.
00:07:46: Oh, eine Melodie.
00:07:48: Da fällt mir auf, dass viele Menschen mit hartnäckig, nicht idealer Kopfhaltung das oft nicht können.
00:08:03: Ja, weil dann auch, wenn die Lippen nicht frei ins Schwingen kommen können, genau.
00:08:13: Wenn ich
00:08:13: ein Kopf vorrecke, wird es schwer.
00:08:19: Wenn ich ihn einziehe auch.
00:08:21: Ja.
00:08:22: Okay.
00:08:25: Und dann über Wahrnehmungssilbungen, so wie wir, weil du arbeitest ja auch mit der Gandjenikermethode, wie wir das aufmachen, die Menschen dahin bringen, dass sie selber spüren, was sie machen und das dann selbstständig managen können.
00:08:42: Richtig.
00:08:43: Es gibt im Prinzip so was wie so ein inneres Konzept für ... meine eigene Haltung zu entwickeln und Ausrichtung, die mich unterstützt bei der Stimmgebung.
00:08:57: Und da mache ich mit den Anleitungen für die Haltung, die ich denen aufnehme, kleinen Audios, Übungsequenzen damit verbinde, dass die üben können, dass sie über die Liederholung das verinnerlichen.
00:09:09: Es geht immer wieder darum auch abzufragen, wie fühlt sich das jetzt an?
00:09:13: Sowohl körperlich als auch stimmlich.
00:09:17: diese Verbindung herzustellen, welche körperlichen Einstellungen tun wir den Kuh oder welche körperliche Ausrichtung dann für meine Stimmgebung und das dann praktisch so in sich drin so sicher auch zu spüren und auch dann eben abrufen zu können, dass mich das in den Alltag hinein begleiten kann.
00:09:41: Meine Stimmgebung schöner.
00:09:44: Ausdruck.
00:09:45: Mir fällt auf, dass deine Stimme extrem entspannt ist.
00:09:51: Wie machst du das?
00:09:54: Naja, die kann auch variieren, die kann auch mehr Spannung aufbauen, aber damit ich in eine entspannte Stimmgebung komme, brauche ich den Zugang zu mir selber, brauche ich, ja, das... Die Vernetzung tief in mir drin und auch eben nicht nur reinspringen und loslegen, sondern auch mich immer wieder zentrieren, ausrichten und schauen, dass es mir gut geht.
00:10:28: Auch im Kontakt mit den Menschen, mit denen ich arbeite.
00:10:33: Du hast erwähnt, neue Muster für den Alltag üben.
00:10:41: Wie funktioniert das in deiner Arbeit?
00:10:45: Du kennst meine, ich gehe mit dem ganzen Körper um und es ist eine der größten Herausforderungen, die Leute dazu zu bringen, dass wir gemeinsam arbeiten.
00:10:56: Ich meine auch, es sei immer ein gemeinsames Entdecken der Einmaligkeit des Menschen, mit dem wir arbeiten dürfen.
00:11:07: Wie machst du das?
00:11:08: Und was ist deine Erfolgsquote?
00:11:12: Also ... Ich finde das ganz wichtig, dass es eigentlich von der ersten Stunde an immer einen Auftrag oder eine Übertragungsmöglichkeit gibt, diejenigen, die dann kommen, bis zur nächsten Stunde im Alltag begleiten können.
00:11:32: Also zum Beispiel, wenn Sie erfahren haben, wenn ich meine Füße, meine Beineachsengerecht ausrichte, dann komme ich besser in die Stimme.
00:11:41: Dann gilt es, das bis zum nächsten Mal zu üben.
00:11:45: In ganz konkreten Situationen, entweder mal ganz weg von der Stimme, wenn sie ihre Zähne putzen, wenn sie an der Ampel stehen oder beim Einkaufen in der Schlange oder auf die Bahn warten, oder in einer Sprechsituation, in der sie stehen.
00:12:02: Zum Beispiel die Lehrerin, bevor sie die Klasse begrüßt, ausrichten.
00:12:07: Egal, wie lang sie es dann hält, aber jedes Mal, wenn sie vormittag sechs Unterrichtsstunden hat, hat sie sechsmal die Möglichkeit, das zu üben an einem Vormittag.
00:12:17: Und so versuche ich jedes Mal eine Situation mit den Betroffenen zu entwickeln, mit den Patientinnen und Patienten, die sie dann ganz bewusst üben ausprobieren.
00:12:34: Und stelle ich mir das richtig vor, dass die Stimme dann auch immer ein ganz tolles Feedback.
00:12:42: Instrument ist,
00:12:46: der
00:12:46: Mensch hört selbst, wenn seine Stimme besser klingt.
00:12:52: Ja, manchmal sind aber auch Situationen so komplex, dass die, normalerweise sind wir beim Sprechen und das ist der Unterschied zum Singen mit Formulieren beschäftigt.
00:13:05: Wir sind im Reagieren, wir sind im Dialog.
00:13:09: Wir nehmen die Reaktion des Gegenübers auf.
00:13:12: Wir gehen darauf ein.
00:13:13: Wir sind eingebunden.
00:13:16: Das bindet auch Kapazitäten.
00:13:18: Und da geht oft uns die Wahrnehmung für unsere Stimme oder auch das Suchen nach Klang verloren.
00:13:24: Aber wenn ich zum Beispiel weiß, wenn ich mich so und so ausrichte oder so und so aufrichte, so vernetzt bin, dann ... kommt die Stimme, dann hält sie durch, dann schaffe ich meinen Tag, ohne am Ende abgesprochen zu sein.
00:13:41: Bestenfalls ist es eine gute Feedbackmöglichkeit, aber meistens sind, sprechen dann doch so ein komplexer Vorgang und die Sprechsituation, dass wir da wenig auf unsere Stimme oft achten.
00:14:00: Okay.
00:14:02: Macht Sinn.
00:14:04: Was empfiehlst du?
00:14:07: anders gefragt?
00:14:09: Viele Menschen hören die eigene Stimme nicht gern.
00:14:18: Und ich finde das so schade.
00:14:21: Ich fand das so ein wichtiges Instrument, näher zu mir zu kommen.
00:14:27: dann mal angefangen Aufnahmen einfach wieder und wieder und wieder zu hören, bis sie mir vertraut war, weil wie ich mich höre und wie du mich hörst, sind ja große Unterschiede.
00:14:41: Und dann habe ich wie wir das in der Methode auch machen.
00:14:46: Das war lange vorher, so lange mich immer wieder abgehört.
00:14:52: bis ich meine Stimme gut fahrend und schön fahrend und dann konnte ich sie annehmen und mit dir arbeiten.
00:15:01: Und da ist viel geschehen, weil ich hatte Sprachfehler und Hörschaden und so weiter.
00:15:08: Wobei, wenn ich das jetzt so formuliere, vielleicht ist das bei den Jungen ja ganz anders, lieben die TikToker, die Instagram-Kids ihre Stimme alle.
00:15:22: Das ist eine gute Frage.
00:15:24: Und viele von denen sind ja nicht schön.
00:15:27: Viele Frauen
00:15:28: haben Piepstimmen.
00:15:30: Ja, das stimmt.
00:15:30: Das stimmt schon.
00:15:36: Also, ich meine, das ist so ein bisschen, wie sich nicht so gerne sehen.
00:15:41: Und da sind natürlich die, die so viele Selfies oder Tiktoks machen, schon auch, die wollen sich ja auch sehen, die wollen sich abhören.
00:15:48: Aber ganz viele... Viele haben da auch von den Jüngeren eher eine Hemmschwelle, dass sie ihre Stimme schon auch fremd finden.
00:15:58: Ich glaube, es ist einfach das Fremde.
00:16:00: Ähnlich wie man sich, wie man auch überrascht ist, wie man sich, wie man wirkt, so äußerlich.
00:16:05: Und der ich mit welchen Gesten oder welcher Mimik.
00:16:08: Aber ich glaube, was ein wichtiger Zugang ist, ist gar nicht so sehr auf, das ist schön und das ist nicht schön, sondern was nehme ich denn wahr?
00:16:18: Was höre ich denn?
00:16:19: Und wie viel Kraft ist da?
00:16:21: Wie viel Melodie?
00:16:23: Wie viel Klang?
00:16:24: Also nicht so sehr bewertend, sondern so auf diese, eher so auf dieses Lauschen geben.
00:16:32: Das hat eine andere, das hat einen anderen, na, wie meine ich, da bewert ich nicht wie beim Hören.
00:16:43: Ich sage nicht richtig und falsch.
00:16:47: Man kann ja auch einen anderen Zugang geben.
00:16:50: Lauschen, was hättest du da für Tipps?
00:16:56: Ich frag da jetzt aus persönlicher Interesse, weil das ist auch bei jungen Menschen, die die Ganggeniker-Methode lernen und dann vor Menschen stehen und eigentlich auch als ... Ein bisschen Entertainer, Anleiten und die Leute motivieren und mitnehmen und durch eine Choreografie.
00:17:20: Und da ist das immer wieder ein Thema.
00:17:22: Wie gehe ich mit meiner Stimme um?
00:17:24: Wie freunde ich mich mit dir an?
00:17:28: Hättest du da
00:17:29: Tipps?
00:17:33: Also ich glaube, dass schon wichtig ist, in welcher Beziehung ich zu denen stehe, zu denen ich spreche.
00:17:44: oder wie ich mich auch innerlich ausrichte.
00:17:46: Also meine Stimme bekommt ja einen anderen Klang, wenn ich jetzt zu einer Freundin spreche oder zu jemand, der mir eher unangenehm oder fremd ist oder der mich vielleicht auch sogar verunsichert oder den ich dominieren möchte.
00:18:08: Deshalb, wenn ich jetzt jemanden auch einladen möchte, wenn ich eine Anleitung gebe, dann macht es immer Sinn, auch innerlich meine Haltung dahingehend so einzustellen, dass ich mir vorstelle, ja, die möchte ich einladen, dass sie es aufnehmen.
00:18:25: Also sind es auch so, wie es auch zu einem guten Freund oder einer Freundin sprechen würde.
00:18:32: Oder ich möchte die einfach auch gewinnen und mitnehmen.
00:18:35: Das bringt mich in eine andere Ausdruck und auch in eine andere Stimme hinein.
00:18:39: Und weg von der Selbstbeobachtung.
00:18:43: Was möchte ich hier erreichen?
00:18:45: Sehr schön.
00:18:48: Was möchtest du der Welt mitteilen von deiner Arbeit und deinem Tun?
00:18:57: Wir können viel mehr über unseren Körper in den Ausdruck bringen, also nicht nur körperlich, sondern eben auch stimmlich und uns... Und auch das, was wir mitteilen wollen, in mehr Klang nach außen tragen, wenn wir uns körperlich fein ausrichten von unten nach oben und auch zum Beispiel unseren Füßen, unsere Füße mit hineinnehmen ins ganze Geschehen.
00:19:33: Also die ganze Kopflastigkeit, die wir oft haben und die dann auch in so eine Anstrengung hinein führt, die können wir über eine andere Ja, über einen anderen Zugang, über den Körper von unten nach oben stärker zum Ausdruck
00:19:49: bringen.
00:19:50: Arbeiten alle Logopädinnen sowie du, so ganz körperlich, ganzheitlich?
00:19:55: Nein, nein.
00:19:57: Also wir haben viel gelernt in den letzten Jahren und entwickelt, wir sind viel körperlicher geworden, haben viel über Zusammenhänge erfahren.
00:20:08: körperliche Zusammenhänge dazugelernt.
00:20:11: Wir fassen Patienten mehr an.
00:20:12: Wir arbeiten manuell, osteopathisch oder behandeln Faszienstrukturen.
00:20:22: Aber was ganz häufig fehlt, ist so dieser Transfer auf die Haltungsausrichtung.
00:20:33: Und dieses feine Vernetzen, dieses ansprechende Tiefenmuskulatur, das gibt es normalerweise nicht in der Leropädie.
00:20:42: Da stehen oft die Übungen für sich und da geht es darum, dass man sich in eine bestimmte Art und Weise aufrichtet und danach bleibt das dann so für sich
00:20:51: stehen.
00:20:54: Du bittest Weiterbildungen an für Körperarbeit.
00:20:59: Wie kommt das an bei deinen Kollegen?
00:21:06: Ja, also es kommt gut an, bei denen, die sich da auf die Reise machen.
00:21:17: Und da bleiben auch wirklich, die bleiben auch dabei, weil sie merken, das tut mir gut, aber weil sie auch merken, das ist ja ganz schön komplex und ganz schön schwierig anzuleiten.
00:21:31: Das ist ja ein sehr feines, differenziertes Anleiten.
00:21:37: Und das muss ich üben, aber auch, ich muss auch gleichzeitig, ich kann es nur anleiten, wenn ich selber für mich weiter trainiere und auch mich da weiterentwicke.
00:21:50: Und das ist sehr spannend.
00:21:52: Gibt tolle Rückmeldungen.
00:21:54: Schön.
00:21:55: Ja.
00:21:56: Ich bin mich großartig, weil das, was mir ... immer vorschwebt, dass die Methode praktisch in alle, alles was mit dem Körper zu tun hat, eingebaut werden kann, praktisch.
00:22:12: Und ich finde es sehr schön, dass du das so in die Welt trägst.
00:22:16: Und freue mich bei dieser Gelegenheit, mich bei dir zu bedanken dafür, für die Bereicherung.
00:22:23: Ja, danke dir für die wunderbare Methode, ohne die würde mir einiges fehlen.
00:22:30: Also ich glaube auch, dass Stimmtherapeutisches arbeiten oder auch logopädisches arbeiten, dadurch unglaublich viel Präzision und Feinheit gewinnen kann, weil einfach der Kopfbereich, wenn wir den so nur isoliert sehen, dann, ich dachte am Anfang auch, als ich kanthinica kennengelernt hab oh wunderbar facebook das will ich lernen weil das der kopfbereich und dann musste ich ja erst bronze machen dann silber und das ist alles richtig
00:23:05: und
00:23:06: ohne das geht es ja nicht.
00:23:08: also genau das braucht
00:23:10: das spinnt für die zuhörer präzisieren.
00:23:14: kanthinica hat einen Ausbildungssystem für Trainer in vier Modulen.
00:23:22: Und ich dachte früher auch, da kann man, wer sich für den Kopf interessiert, steigt da ein und wer sich für das Laufen interessiert, da und hat nicht funktioniert.
00:23:32: Also du hast dich darauf eingelassen, hast du es bereut?
00:23:38: Nein, gar nicht.
00:23:39: Nein, nein.
00:23:41: Oder das ginge es gar nicht.
00:23:42: und es ist wunderbar zu erleben, was mit der Stimme passiert in der Stimmübung, wenn ich zeitgleich mit meinen Füßen in eine pulsierende Bewegung gehe und dass das eigentlich schon völlig reicht.
00:23:58: und auch das Wenn ich zum Beispiel eine Erstdiagnostik habe, dann mache ich immer eine Aufnahme.
00:24:04: Wird immer die Stimme praktisch dokumentiert.
00:24:06: Wie klingt die heute?
00:24:08: Und ich mache aber immer zwei Aufnahmen.
00:24:09: Ich lasse die Patienten immer lesen.
00:24:11: Und dann sage ich denen immer jetzt, setzen sie sich mal vorne aufs vordere Drittel.
00:24:16: Und es geht nur darum, die Beinachsen einmal auszurichten.
00:24:20: Hüftschmal.
00:24:21: Eine Faust zwischen die Knie.
00:24:23: Gäsen unter die Knie und dann lasse ich sie nochmal lesen und das Blatt vor den Kopf, also so auf Schulter hier halten.
00:24:31: Und jedes Mal, jedes Mal verändert sich die Stimme zum Positiven und jedes Mal gibt es einen Aha-Effekt für diejenigen, die es lesen.
00:24:39: Und ich habe sie immer vorher gefragt, haben Sie Möglichkeiten, Ihre Stimme zu beeinflussen?
00:24:44: Das ist eine Standardfrage oder zu verändern.
00:24:48: Und es kommt immer, ich kann was trinken oder was lutschen, aber es kommt nie.
00:24:52: Ich kann meine Haltung verändern oder vielleicht einmal, vielen mal.
00:24:58: Und danach ist immer die Erfahrung, okay, wenn ich das mache, dann verändert sich was.
00:25:04: Also ich kabe es auch ein Stück weit in der Hand oder ich kann selber auch was machen.
00:25:09: Und das motiviert natürlich total.
00:25:12: Ich habe ein paar von deinen Filmchen gesehen und die Ergebnisse sind erstaunlich und großes Kompliment.
00:25:21: Das hat mich vom ersten Moment an, als wir uns kennenlärmten, sehr beeindruckt, dass du wirklich direkt Fuß mit Kopf verbindest.
00:25:34: Ich finde das großartig.
00:25:39: Toll.
00:25:40: Und das sind auch die Patienten mit.
00:25:42: Das ist toll.
00:25:45: Die sind ... Das weckt Neugierde und das nimmt auch Charme, weil zum Beispiel jetzt Stimmübung zu machen ist ja, wenn man das als Erwachsener macht und hat vorher nicht gesungen, was auch sehr persönlich sehr intim ist und erst mal, da ist erst mal eine Hemmschwelle da, die man überwinden muss.
00:26:09: Aber wenn man dann so merkt, okay, hier passiert was, was so den ganzen Körper, was vielleicht unten anfängt, dann geht es so um Entdecken und dann steht so eine Neugier und das ist ein wirklicher Türöffner.
00:26:28: Singen seit ich singe und mit anderen rede.
00:26:32: Und bei mir war es auch so, mein Singen war Scham besetzt.
00:26:36: Warum ist das so?
00:26:38: Warum schämen sich Menschen für ihre Stimme, für ihr Singen?
00:26:44: Naja, es kommt meistens mehr raus, als wenn wir sprechen.
00:26:48: Es ist lauter, es ist klangvoller.
00:26:51: Und gleichzeitig hört man ja aber auch dann an der Stimme, wenn vielleicht was zittert, wenn es nicht ganz so den Ton trifft.
00:26:59: Da ist vielleicht dann auch eine Angst sofort mit dabei.
00:27:02: Oder ich zeige mich, das ist ja so ein bisschen wie ausziehend.
00:27:07: Da kommt was aus mir raus, was ich nicht unbedingt so kontrollieren kann, sei denn ich hab's richtig gut geübt.
00:27:16: Wir haben oft in der Kindheit gehört, dass wir nicht singen können.
00:27:19: Haben viele in der Schule gehört von Lehrerinnen und Lehrern.
00:27:23: Das haftet an einem, die ich kann das ja gar nicht.
00:27:29: Es gibt natürlich immer auch Sängerinnen und Sänger, die wir ... Verehren.
00:27:38: Da gibt es also eine hohe Messlatte und man glaubt immer gleich, man muss es auch können.
00:27:43: Es würde keiner denken, ich muss jetzt so sprinten, die Olympiasiegerin, wenn ich joggen gehe oder wenn ich laufen gehe.
00:27:52: Aber beim Singen ist da schnell auch so eine Erwartungshaltung.
00:27:55: Ich muss da jetzt was leisten können und darum geht es ja gar nicht.
00:27:59: Deshalb ist Singen oft im Chor dann einfacher, weil mit anderen bin ich dann Teil eines ganzen Klangs, als wenn ich jetzt alleine einen Raum finde.
00:28:11: Und die Kultur, es gibt schon Kulturen, in denen wirken singen.
00:28:17: Ja, genau, von Anfang an.
00:28:20: Und seit der Pandemie wissen wir, dass Singen gesund hält und ... Arabi ist und den Vahus besänftigt.
00:28:38: Also hoffentlich kann deine Arbeit viele Menschen zum Singen bringen und hoffentlich stecken wir ein paar von den Zuhörerinnen an.
00:28:52: Das wäre schön, wenn jeder kann singen.
00:28:55: Gerne.
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